Basketball

USC Freiburg wirft Titelverteidiger Herne aus dem Pokal – 85:76

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 30. November 2019 um 22:28 Uhr

USC Eisvögel

Die Basketballerinnen des USC Freiburg sorgen dafür, dass es in der Saison 2019/2020 einen neuen nationalen Pokalsieger geben wird. Im Achtelfinale besiegen sie Titelverteidiger Herne 85:76.

Am Samstagabend fanden sich nur etwa 250 Besucher ein in der Unihalle. Viele der bei Punktspielen oft etwa 1000 Fans der Eisvögel waren dieses Mal nicht erschienen, obwohl doch der deutsche Meister und Pokalsieger zu Gast war. Hatten die Anhänger etwa vermutet, dass ihr Team keine Chance hat gegen den Double-Gewinner der vergangenen Saison? Die Besucher, die gekommen waren, wurden umso euphorischer, je länger die Partie dauerte. In Abwesenheit der wegen familiärer Belange fehlenden Trainerin Hanna Ballhaus coachte die Spanierin Isabel Fernandez die Mannschaft – bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit.

Im ersten von zwei Aufeinandertreffen der beiden Teams binnen acht Tagen (am Sonntag, 8. Dezember, 16 Uhr, kommt es in der Liga erneut in der Unihalle zum Duell USC Freiburg gegen Herner TC) schien es zunächst so, dass die durchschnittlich größeren Spielerinnen aus Herne die Hoheit über die Partie würden gewinnen können. Mit großer Treffsicherheit, schönen Spielzügen und einigen Schnellangriffen sicherten sie sich das punktreiche erste Viertel mit 28:22. Doch zur Halbzeit führten die Eisvögel – mit 48:46. Das Wechselspiel hielt an. Nach 30 Minuten lag Herne wieder vorn (65:60), am Ende triumphierte jedoch der USC.

Warum das so war in einer Partie zwischen zwei Teams, deren Personal nach der zurückliegenden Saison kräftig rotierte? Für die Spanierin Isabel Fernandez ist der Fall klar. "Der Schlüssel ist immer die Defensive. Wir haben im letzten Viertel die Herrschaft über die Körbe gewonnen, viele Defensivrebounds geholt", sagte die 47-Jährige, die alle "Moses" rufen. Mit einem 16:3-Lauf in den ersten fünf Minuten des Schlussviertels überfielen die Eisvögel den in dieser Saison noch wenig souveränen Titelverteidiger – und lagen mit acht Punkten vorn (76:68). Trotz verbissener Gegenwehr des Gastes wurde es dann nicht mehr knapp, weil in dieser Phase speziell Alexa Hart kontinuierlich punktete für den USC. Die letzte halbe Minute, beim Stand von 82:76, spielten die Freiburgerinnen richtig abgezockt, passten das Spielgerät zu den ballsichersten Spielerinnen und erhöhten mit Freiwürfen sogar noch auf 85:76.

Wer der Gegner im Pokal-Viertelfinale sein wird, steht noch nicht fest. Sollten die USC-Frauen auch die Partie in der nächsten Runde gewinnen, dürften sie – wie in der Vorsaison – am Pokal-Endturnier, dem sogenannten Top Four, teilnehmen.

Der USC spielte mit: Fuehring (19 Punkte), Rodefeld (15/davon 3 Dreier), Nufer, Wieczorek (nicht eingesetzt), Breen (20/6), L. Ouedraogo, Genco (6/1), Kapitza, Hart (23), P. Mayer, Kambach (2), Ch. Zehender (n. e.).