Zwei Neue sorgen für frischen Schwung

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 26. November 2019

Schwenningen Wild Wings

Aufbruchstimmung: Wild Wings überraschen sich gegen die aktuell besten DEL-Teams selbst.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Vier Punkte fuhren die Schwenninger Wild Wings am Wochenende gegen die beiden aktuell besten Mannschaften der DEL ein. Ist die Trendwende jetzt geschafft? Die 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen am Freitag beim Spitzenreiter München und vor allem der 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Straubing am Sonntag machen am Neckarursprung Mut. "Wir haben nur ein Gegentor gegen die beiden Topteams der Liga bekommen", sagte Trainer Paul Thompson freudestrahlend. Der Brite ist zumindest vorerst aus der Schusslinie. Geschäftsführer Christoph Sandner und Sportmanager Jürgen Rumrich hatten Thompson schon vor dem schweren Wochenende demonstrativ den Rücken gestärkt und überraschend Topscorer Jamie MacQueen geschasst.

"Unser starkes Wochenende hatte nichts mit der Freistellung von Jamie zu tun", so Thompson. "Wir haben die Gegner gut studiert und unsere zwei neuen Spieler haben uns sehr geholfen." Torwart Dustin Strahlmeier stellte durchaus einen Zusammenhang zwischen dem Rauswuf von MacQueen und dem starken Auftritt der Mannschaft her. "Dass ein Spieler freigestellt wird, passiert ja nicht jede Woche. Du kommst in die Kabine rein und es fehlt ein Spieler. Das ist erst mal ein Schock. Wir Spieler haben da schon nachgedacht. Vielleicht kitzelt so etwas noch einmal ein paar Prozent mehr bei einem heraus", so der Keeper, dem Coach Thompson zu Recht bescheinigte, am vergangenen Wochenende die beiden besten Saisonspiele absolviert zu haben. Der 27-Jährige durfte sich über seinen ersten "Shut-out" in dieser Saison freuen.

"Wenn wir zweimal 2:1 gewonnen hätten, wär’ mir das lieber gewesen als der Shut-out", so "Strahlie". Auffällig war für den Torwart, dass seine Vorderleute ungewöhnlich viele Schüsse blockten. Dies fiel auch dem Straubinger Trainer Tom Pokel, vor einigen Jahren Übungsleiter in Schwenningen, auf: "Die Wild Wings haben die Zweikämpfe gewonnen."

"Die Rotation ist gut,

so gibt es für die Verteidiger

mehr Pausen."

Torwart Dustin Strahlmeier
Problemlos fügten sich der neue Verteidiger Colby Robak und Stürmer Jordan Caron ins Team der Wild Wings ein. Caron versenkte in München einen Penalty, Robak erzielte am Sonntag den Treffer zum 2:0-Endstand. "Coby ist ein guter Typ, er erhöht unser Verteidiger-Potenzial noch einmal", sagt Strahlmeier zum 29-jährigen Kanadier.

Thompson hatte die sieben Verteidiger gegen Straubing jeweils rotieren lassen, so dass jeder regelmäßig aufs Eis kam, aber niemand zu lange. "Die Rotation ist gut, da gibt es für die Verteidiger mehr Pausen", so Strahlmeier. "Ich muss mich halt dann öfter auf die wechselnden Verteidiger einstellen. Bei einem Christopher Fischer weiß ich beispielsweise, dass der auch mal gerne nach vorne attackiert und muss dafür bereit sein, auch wenn ich mich in erster Linie natürlich immer auf den Puck konzentrieren sollte." Stürmerneuzugang Caron gab der ersten Reihe mehr Sicherheit.

So wirkte das ganze Spiel der Wild Wings kompakter. "Wir haben nichts am System verändert, unsere zwei Neuzugänge haben aber neuen Schwung gebracht", ist Trainer Thompson überzeugt. "Ich bin mit den beiden neuen Spielern sehr zufrieden. Die werden noch besser. An Colby und Jordan werden wir noch viel Freude haben", sagte der Schwenninger Übungsleiter.

Die Wild Wings sind zwar weiterhin Tabellenletzter, konnten den Rückstand auf Platz zehn, den die Grizzlys Wolfsburg innehaben, aber bis auf fünf Zähler verringern. Am kommenden Freitag gastieren die Wild Wings beim Tabellensiebten Ingolstadt und erwarten am Sonntag den Tabellenzwölften Krefeld.