Bayer Leverkusen spürt großen Stress

dpa

Von dpa

Sa, 31. Oktober 2020

1. Bundesliga

DER GEGNER: Die Bosz-Elf verliert 0:1 in Prag und wird wohl stark verändert in Freiburg auflaufen.

(tn/dpa). Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch stieg Peter Bosz in der Nacht zu Freitag in Prag in den Flieger. Der Ärger des Trainers von Bayer Leverkusen, dem sonntägigen Gegner des SC Freiburg, begrenzte sich nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im Europa-League-Spiel bei Slavia Prag aber nicht alleine auf das Ergebnis, sondern traf ebenso seinen Spieler Karim Bellarabi. Der hatte nach Ansicht nahezu aller Experten in der 21. Minute eine unberechtigte Rote Karte gesehen. Doch sein zumindest ungestümes Einsteigen machte ihn laut Bosz zum Mitschuldigen. Gut möglich, dass der deutsche Nationalspieler am Sonntag im Schwarzwaldstadion nicht zur Anfangsformation gehört.

Klar war, dass der Platzverweis das bis dahin von Bayer klar dominierte Spiel veränderte und die 70-minütige Unterzahl den Bundesligisten viel Kraft kostete. "Wenn wir zu elft bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir verlieren", sagte Bosz: "Aber auch mit zehn Mann dürfen wir dieses Spiel nicht verlieren." Bayer, das schon ohne sechs Verletzte (Lars Bender, Palacios, Paulinho, Arias, Schick, Aranguiz) auskommen musste und wegen der großen Belastung in diesen Wochen mit einer auf sieben Positionen veränderten Startelf auflief, kämpfte und wehrte sich zwar lange. Torhüter Lukas Hradecky hielt sogar einen von ihm verursachten Foulelfmeter (65.). Doch dann kosteten den Bundesliga-Vierten eine einfache Standard-Situation und ein Kopfball-Tor von Peter Olayinka (80.) am Ende den Punkt.

Ärgerlich war die Niederlage nicht nur wegen ihrer Umstände. Sie zerstörte auch die glänzende Ausgangsposition, die Bayer sich durch den 6:2-Auftaktsieg gegen OGC Nizza in der Gruppe C geschaffen hatte. Und die Zusatz-Belastung der langen Unterzahl kam für die Leverkusener auch zur Unzeit. "Das kommt noch dazu", sagte Bosz: "Inmitten eines solch vollen Programms mit zehn Mann zu spielen, ist anstrengend." Das Spiel in Tschechien wurde rund 70 Stunden nach dem Abpfiff der Bundesliga-Partie gegen Augsburg (3:1) angestoßen. Das nächste in Freiburg wird weitere 65 Stunden später beginnen. Deshalb ist in Freiburg mit der Rückkehr der Bender-Zwillinge sowie der bisherigen Stammspieler Tapsoba, Sinkgraven, Amiri und Bailey zu rechnen.