Analyse

Ex-SC-Spieler Maximilian Philipp tut sich bei den Borussen schwer

dpa, Michael Dörfler

Von dpa & Michael Dörfler

So, 21. April 2019 um 11:15 Uhr

1. Bundesliga

Für Maximilian Philipp haben sich in Dortmund nicht alle Träume erfüllt: In der aktuellen Saison bei Borussia Dortmund läuft es nicht wie erhofft. Philipp wechselte vor zwei Jahren vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund.

Seine Rückkehr ins Schwarzwaldstadion wird Maximilian Philipp wahrscheinlich als Ersatzspieler auf der Bank erleben. Nachdem sich der ehemalige Freiburger in seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund noch recht gut im neuen Umfeld zurechtgefunden hatte, läuft es in dieser Saison bei prominenter Konkurrenz wie Marco Reus, Jadon Sancho und Raphael Guerreiro für den 25-jährigen gebürtigen Berliner nicht wie erhofft. "Er muss die Zähne zusammenbeißen", rät ihm sein früherer Freiburger Trainer Christian Streich vor der Bundesliga-Partie am Ostersonntag, "und wenn er nicht gespielt hat, muss er am Montag so trainieren, als hätte er am Wochenende drei Tore geschossen. Das ist zwar wahnsinnig kompliziert, aber nur so kann er wachsen."

Im Sommer 2017 war Philipp mit der deutschen U-21-Auswahl Fußball-Europameister geworden und wagte den nächsten Karriereschritt bei einem Topklub. Sein Abschied sicherte dem SC Freiburg damals Einnahmen, auf die der Verein angewiesen ist. Mit geschätzten 20 Millionen Euro gehörte Philipp zu den Rekordverkäufen der Freiburger. Zeitgleich zog Vincenzo Grifo für rund sechs Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach weiter. Der Italiener sollte dort jedoch nicht so zum Zug kommen, wie er sich das vorgestellt hatte. Vor dieser Saison wechselte Grifo zur TSG Hoffenheim und knüpft seit dem Winter als Leihspieler beim SC Freiburg wieder an seine erfolgreichen Zeiten an.

In Freiburg glänzte Philipp durch Ballsicherheit

Die beiden Offensivspieler seien nicht miteinander vergleichbar, erklärte Streich am Freitag. Eine frühere Parallele gebe es allerdings: Die Zweitliga-Saison beim SC hätten beide für ihre Entwicklung gebraucht. "Milli und Vince haben früher beide nicht gut genug nach hinten gearbeitet", sagte Streich. In Freiburg hätten sie das dann gelernt.

Auf neun Tore und drei Vorlagen kam Philipp in seiner letzten Saison beim Sportclub, in der ersten Spielzeit beim BVB war die Quote vergleichbar. Da spielte er allerdings auch auf Positionen, die ihm besser liegen als die des Mittelstürmers, auf der er zu Beginn dieser Saison einspringen musste. In Freiburg glänzte er vor allem durch seine Ballsicherheit und seine Zuspiele von den offensiven Außenpositionen oder als hängende Spitze. Doch die Konkurrenz ist beim BVB enorm.

"Ich wünsche Milli von ganzem Herzen, dass er sich durchsetzt. Er ist ein super Fußballer." Christian Streich


Nach der persönlich unbefriedigenden Hinrunde hatte sich Philipp angriffslustig gegeben, wollte sich "mehr zeigen" und "Gas geben". Die Chance dazu hat er seitdem jedoch nicht so oft bekommen. "Ich wünsche Milli von ganzem Herzen, dass er sich durchsetzt. Er ist ein super Fußballer", sagte Streich, "und es kann sein, dass er dieses Jahr deutscher Meister wird, auch wenn er nicht so viel gespielt hat." Allerdings will Streich mit seinen Freiburgern dafür sorgen, dass der BVB am Ostersonntag keine Punkte im Titelrennen holt.

In Roman Bürki kehrt am Sonntag ein weiterer Borusse an seinen einstigen Arbeitsplatz nach Freiburg zurück. Der Eidgenosse ist mittlerweile die unumstrittene Nummer eins zwischen den Pfosten und genießt bei den Fans großes Ansehen.

Nach einer Saison beim SC Freiburg war Bürki nach dem Abstieg im Sommer 2015 ins Westfälische weitergezogen. Dort trat er die Nachfolge des beliebten Roman Weidenfeller an. Bürki hatte zunächst einen schweren Stand, nachdem ihm gelegentlich Patzer unterlaufen waren, die zu Gegentreffern führten. In Freiburg wird Bürki bereits sein 122. Spiel für die Dortmunder machen. Neun Länderspiele für die Schweiz hat der bei den Berner Young Boys groß gewordene Schlussmann bislang absolviert.