Das erste Wiedersehen

dpa

Von dpa

Sa, 24. August 2019

2. Bundesliga

2015 scheiterte der Karlsruher SC in der Relegation zur ersten Bundesliga am Hamburger SV.

KARLSRUHE (dpa). Relegation, KSC, HSV: Diese drei Stichworte wecken sofort Erinnerungen. An jubelnde Hamburger und einen wild hüpfenden Trainer Bruno Labbadia auf der einen Seite und weinende KSC-Spieler auf der anderen. An ein Fußball-Drama, einen späten, fragwürdigen Freistoß, eine Verlängerung und die bittere Enttäuschung im Wildparkstadion. Für die KSC-Fans ist das erste Duell seit dem so knapp verpassten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga im Mai 2015 eine Art Revanche, die 15 334 Tickets für die Partie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) waren binnen Stunden vergriffen – in der Mannschaft ist die Geschichte vier Jahre danach dagegen kaum der Rede wert.

"Die Jungs haben einfach gar keine Berührungspunkte mehr damit", berichtet Innenverteidiger Daniel Gordon. "Insofern war da auch kein großes Interesse. Ein oder zwei Spieler konnten sich noch daran erinnern, aber ein großes Thema ist es nicht", erzählt er. Teamkollege Alexander Groiß habe ihm gesagt: "Ja, da war ich noch B-Jugendspieler." Der 34 Jahre alte Gordon dagegen war dabei, spielte von Beginn an und holte sich eine Gelbe Karte ab. Als einziger Profi im aktuellen Zweitliga-Kader erlebte er die Enttäuschung hautnah mit.

So ist es allein Gordon, der geduldig alle Fragen zu "damals, 2015" beantwortet. Dabei steht auch bei dem Deutsch-Jamaikaner am Sonntag etwas ganz anderes im Fokus. "Unser Ziel ist es, den nächsten Schritt zu machen und wieder drei Punkte gegen den Abstieg zu sammeln", sagt er. Denn aus dem Beinahe-Aufsteiger von 2015 ist zwischenzeitlich ein Absteiger in die dritte Liga geworden, der nun als Aufsteiger vor allem den Klassenverbleib in der zweiten Liga anpeilt. Der Name der Mannschaft, die in den Wildpark komme, spiele da eigentlich gar keine Rolle.

Und so ist die Partie im direkten Umfeld der Mannschaft des mit zwei Siegen und einer Niederlage gut in die Saison gestarteten KSC wohl am ehesten noch für Sportdirektor Oliver Kreuzer außergewöhnlich. Als Funktionär arbeitete er schon für beide Clubs . "Alle Spiele gegen meine Ex-Vereine sind irgendwie besonders", räumt er ein. Aus seiner anhaltenden Sympathie für den Club mit der Raute macht er keinen Hehl. "Weil ich ihn als großartigen Verein habe kennenlernen dürfen. Mit einer unglaublichen Strahlkraft, einer unglaublichen Wucht und tollen Fans", schwärmt er.