Vielleicht tut ja auch die Niederlage gut

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Mo, 15. Juli 2019

FC Basel

Der FC Basel verliert das Jubiläumsspiel gegen den VfB Stuttgart und damit die Generalprobe vor dem Saisonbeginn mit 2:3 Toren.

FUSSBALL. Zwar waren es die Gastgeber, die zu 125 Jahren FC Basel drei Tage lang in Partylaune "’s Fescht im Joggeli" (#zämmefeschte) zelebrierten. Nach dem zentralen Jubiläumsspiel freilich waren es die Protagonisten des gleichaltrigen Gastclubs, die fröhlicher dreinschauten. "Das hat uns gutgetan", gab der Sportdirektor des VfB Stuttgart, Sven Mislintat, am Samstagabend zu Protokoll, nachdem der Bundesliga-Absteiger die Testpartie beim Schweizer Vizemeister mit 3:2 (2:2) für sich entschieden hatte. Immerhin, so der Ex-Chefscout von Arsenal London, stehe Basel unmittelbar vor dem Saisonstart in der Super League am kommenden Freitag beim FC Sion und vor den Spielen der Champions-League-Qualifikation gegen die PSV Eindhoven. Und immerhin hatte sich Stuttgart zuletzt dem helvetischen Challenge-Ligisten FC Winterthur mit 1:3 geschlagen geben müssen.

Mit dem Rückenwind von vier klaren Siegen in den bis dato vier Vorbereitungsmatches und mit Omar Alderete aus Paraguay als neuem Abwehrchef waren die Bebbi die Generalprobe angegangen. Richtig schwungvoll zeigten sie sich den knapp 10 000 Fans indes nur in der Start- und in der Schlussphase der Begegnung. "Wenn es noch ein paar Minuten länger gegangen wäre, hätten wir noch getroffen", befand Albian Ajeti hinterher. Der FCB-Stürmer zählte – wie etwa auch Fabian Frei, Noah Okafor, Neuzugang Kemal Ademi und der neue Mannschaftskapitän Valentin Stocker – zu jenen acht Akteuren, die Trainer Marcel Koller in der 76. Minute einwechselte und die den Basler Auftritt neu belebten.

VfB-Linksverteidiger David Grözinger mit einem Eigentor (3.) und Ricky van Wolfswinkel nach einem Sololauf übers halbe Feld (35.) hatten Rot-Blau zweimal in Führung gebracht. Doch die Schwaben sind "mit Mentalität zurückgekommen", wie ihr Coach Tim Walter knapp zwei Wochen vor der ersten Zweitliga-Aufgabe (daheim gegen Mitabsteiger Hannover 96) loben sollte. Santiago Ascacíbar (28.), Marcin Kaminski (43.) und Nicolás González (71.) wussten Torhüter Jonas Omlin zu bezwingen.

Trotz des negativen Resultats, das ja am Ende vielleicht auch den Baslern gutgetan hat, zeigte sich der neue FCB-Sportchef Ruedi Zbinden mit der Leistung der Seinen "im Großen und Ganzen" einverstanden. Übungsleiter Koller empfahl dem Team, "die Antennen wieder auf Empfang zu stellen", glaubt aber auch zu wissen, "dass wir gut gerüstet sind".

Mit sportlicher und musikalischer Unterhaltung feierte der Verein sein 125-Jähriges. Ein großes Echo fand neben dem Vergleich der Alterskameraden von FCB und VfB der Aufmarsch von Dutzenden von Club-Legenden für Autogramme und ein Plauschspiel: von Pascal Zuberbühler bis Mladen Petric, von Peter Bernauer bis Christian Giménez, von Franco Costanzo bis Hakan Yakin – und gecoacht von Helmut Benthaus und Karl Odermatt.