Fußball

Der SC Sand sitzt in den Startlöchern

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

So, 17. Mai 2020 um 23:00 Uhr

Frauenfussball

Bei den Bundesliga-Frauen des SC Sand läuft die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Saison.

WILLSTÄTT-SAND (uws). Die Männer-Bundesliga hat am Wochenende ein weltweit beachtetes Comeback gegeben, nun fiebern die weiblichen Erstliga-Fußballerinnen der Wiederaufnahme der Runde entgegen. So auch jene des SC Sand. Sie werden sich, falls die Pandemie keine Umkehr erzwingt, am letzten Mai-Wochenende beim 1. FFC Frankfurt wieder um Punkte bemühen. Die Tabelle weist den SCS derzeit mit 19 Punkten aus 16 Partien als Tabellensiebten aus.

Nachdem der DFB grünes Licht gegeben und in einem 46-seitigen Schreiben die Rahmenbedingungen festgelegt hat, laufen im Hanauerland die Arbeiten auf Hochtouren. Bereits zweimal – zuerst am Mittwoch und dann am Freitag – wurde die gesamte Mannschaft inklusive Trainer und Betreuerstab unter strengster Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften auf eine Corona-Infektion getestet. Bei allen Spielerinnen und Betreuern sowie beim Trainerteam fielen die Testergebnisse negativ aus. Ab sofort wird dieses Prozedere jede Woche wiederholt. Der SCS plant nun, am Montag um 11 Uhr wieder ins reguläre Training einzusteigen – mit einem Vorbehalt. "Das Mannschaftstraining darf trotz zweier negativer Tests erst stattfinden, wenn das Gesundheitsamt Offenburg grünes Licht dafür gibt", präzisierte der neue Sander Pressesprecher Heiko Borscheid am Sonntag. "Wir werden das definitiv am Montagvormittag erfahren." Falls diese Genehmigung dann doch nicht erteilt werden würde, müssten in Sand jene bisher schon praktizierten Trainingsformen fortgeführt werden.

Unabhängig davon, ob die Politik grünes Licht für die Fortführung der Bundesligasaison gibt, will sich das Team am 23. Mai vorschriftsmäßig in eine einwöchige Quarantäne begeben. Bei dieser dürfen die Beteiligten ihre Zimmer lediglich zum Training und zum Essen, das keinesfalls in Buffetform gereicht werden darf, verlassen. Danach sieht man sich beim SCS gerüstet, die verbleibenden sechs Saisonspiele, bei denen vier auswärts stattfinden werden, in Angriff zu nehmen. Ebenfalls ist der Verein noch im DFB-Pokal vertreten. Hier würde die Viertelfinalpartie beim Zweitligisten Arminia Bielefeld anstehen. Sollte die Politik den Fortgang des Spielbetriebs erlauben, würde sich der SC-Tross Ende Mai auf den Weg in Richtung Frankfurt machen, um beim 1. FFC die nächsten Zähler einzufahren. Ziel von Trainer Sven Thoß ist primär, dass sich keine Spielerin aufgrund des Trainingsrückstands verletzt, aber auch die Saison erfolgreich zu beenden. "Im DFB-Pokal sollten wir in der Lage sein, einen Zweitligisten, der ganz am Ende der Tabelle steht, zu schlagen und hoffen dann auf ein gutes Los im Halbfinale", so Thoß. Traurig ist man in Sand, dass all das ohne die treuen Fans vonstattengehen wird, die auch in der schweren Corona-Zeit durch viele aufmunternden Worte und Gesten — beispielsweise in Form von Süßigkeiten — dem Team ihre Verbundenheit ausdrücken.