"Kann nicht unser Anspruch sein"

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mi, 30. Oktober 2019

Frauenfussball

Fußballerinnen des FC Wittlingen stecken nach 0:5 gegen SV Gottenheim im Verbandsliga-Keller.

WITTLINGEN (zok). Der Blick aus dem Fenster ist dieser Tage nicht gerade verlockend: regnerisch, kalt, neblig, tendenziell ungemütlich. Ähnlich dürfte es den Fußballerinnen des FC Wittlingen beim Blick auf die Verbandsliga-Tabelle ergehen: zwei Punkte aus vier Spielen ergeben Rang acht – und damit einen Platz in der möglichen Abstiegszone. "Das kann nicht unser Anspruch sein", räumt Sportchef Marcus Reichenbach ein. Beim FCW hat man sich nach Rang drei im Vorjahr den Saisonstart anders vorgestellt.

Auffällig: Glänzte Wittlingen in der letzten Runde mit nur 23 Gegentoren in 20 Spielen, sind es nun nach vier Partien bereits deren 15. Ein Faktor, der sich bisher negativ auswirkte: "Die Mannschaft war noch nie komplett", so Reichenbach. Wie jüngst, als dem FCW beim 0:5 gegen einen "bärenstarken" Tabellenführer SV Gottenheim drei Leistungsträgerinnen (Lena Hallbaur, Vivien Hallbaur, Svenja Stamm) fehlten. "Grundsätzlich war es zwar ein gutes Spiel von uns", sagt Reichenbach, doch gerade angesichts mehrerer Aluminiumtreffer der Gäste "hätten wir auch zweistellig verlieren können".

Gegen Gottenheim, bisher noch ohne Punktverlust, kam bei Wittlingen "eins zum anderen", kommentierte Reichenbach die Verletzung von Torhüterin Fabienne Grauer, die beim Stand von 0:2 (38.) raus musste und Feldspielerin Annika Baumann einsprang.

Als wenig förderlich erweist sich für Wittlingen der noch fehlende Rhythmus. Zwei Wochen war die Mannschaft zum Zuschauen verdammt: Erst sagte die SG Vimbuch/Lichtenau ihr Gastspiel in Wittlingen ab, dann fiel das Derby beim FC Hausen dem Wetter zum Opfer. "In der Liga ist ein bisschen der Wurm drin", konstatiert Reichenbach. Vimbuch zog sich wegen des anhaltenden Personalmangels inzwischen aus der Verbandsliga zurück, was sich auf die Abstiegskonstellation auswirkt. Die Chancen, dass es erneut keinen Absteiger in die Landesliga geben wird, sind gestiegen. Jedoch kann es im ungünstigsten Fall weiterhin auch zwei Teams treffen. Das wäre derzeit neben dem FC Wittlingen auch noch Schlusslicht FC Hausen.

Doch Reichenbach zeigt sich entspannt. "Wir machen uns keine Sorgen", betont der Wittlinger Sportchef, die Mannschaft verfüge über die nötige Qualität. Beim 2:2 gegen Vizemeister FC Hochrhein "haben wir gezeigt, dass es geht". Wichtig sei, nun in den Rhythmus zu kommen. Dazu dienen soll das Verbandspokal-Viertelfinale am Freitag (15 Uhr) gegen Ligakonkurrent VfB Unzhurst. Gerade zuhause "müssen wir zeigen, was wir können", fordert Reichenbach, dessen Devise nach dem mageren Saisonstart lautet: "Kopf hoch und Krone richten."