Ein Teninger Spaziergang

Quirin Laun

Von Quirin Laun

Di, 26. November 2019

Handball Allgemein

HANDBALLSPIEL DER WOCHE: Die Landesliga-Frauen der SG Köndringen-Teningen werden vom TV Engen nicht gefordert.

TENINGEN. Drei Gegentore in einer Halbzeit: Das ist ein Umstand, der im Fußball so manche Heimmannschaft mit lautstarken Pfiffen begleitet, der im Handball jedoch kaum auffindbar ist. Und doch wurden fünf Dutzend Zuschauer am Sonntag Nachmittag in der Teninger Ludwig-Jahn-Halle Zeugen dieses außergewöhnlichen Spielverlaufs. Denn beim Landesligaspiel gegen den TV Engen waren die Frauen der SG Köndringen-Teningen derart überlegen, dass sie tatsächlich mit 17:3 in die Kabine schritten. Die zweite Hälfte gestalteten die Gastgeberinnen etwas gnädiger. Am Ende durfte das Team von Trainer Michael Bühler über einen 40:15-Erfolg jubeln.

Kaum überraschend stehen die Engerinnen am Tabellenende der Liga, doch eine solch hohe Niederlage hatten die Gäste in dieser Saison noch nicht kassiert. Am vierten Spieltag gelang ihnen ihr bislang einziger Saisonsieg im Kellerduell gegen den TSV Alemannia Freiburg-Zähringen. Der Teninger Trainer Michael Bühler hatte folglich mit etwas mehr Gegenwehr gerechnet: "Wir haben im Training über die etwas grobere Gangart der Gäste gesprochen und uns dementsprechend eingestellt. Die Gäste verfügen über viele erfahrene Spielerinnen, anscheinend haben sie diesmal einen nicht so guten Tag erwischt", drückte sich Bühler noch milde aus.

Umso erfreuter zeigte sich der Coach über die Leistung seiner eigenen Truppe: "Die Mannschaft ist mit einer guten Einstellung in die Partie gegangen und hat auch mal über die gesamte Spielzeit vieles gezeigt, was sie ausmacht." Besonders in der Abwehr habe das Team extrem dicht gestanden und so dazu beigetragen, dass sehr wenige Gegentore fielen. "Auch schön, dass wir der gesamten Bank Spielzeit gewähren konnten", so Bühler.

Seit nunmehr vier Spielen ist seine Mannschaft ungeschlagen, bei drei Siegen und einem Unentschieden darf man getrost von einem kleinen Lauf für die Spielgemeinschaft sprechen. Alles andere als gelungen verlief hingegen der Saisoneinstand des Landesliga-Aufsteigers. Mit nur einem Sieg bei vier Niederlagen startete das Bühler-Team, von einer Aufstiegseuphorie war rein ergebnistechnisch wenig zu sehen. "Das Tempo in der neuen Liga ist einfach nochmal ein anderes, vieles geht ein wenig schneller", sagt der Trainer. "Doch mittlerweile finden sich die Spielerinnen prima zurecht."

Teningen steht mittlerweile nicht nur für Männerhandball

Ein weiterer Faktor für den positiven Umschwung: Eva Melnyk, die Frau des ukrainischen Rückraumspielers Mikolya Melnyk, der bei den Männern der SG in der Oberliga ein wichtiger Baustein ist. Sie spielte bereits international und durfte nun nach langer Wartezeit wegen des Spielpasses vor drei Wochen ihr Debüt geben. Das Resultat: Zwölf Tore und ein 31:25-Sieg gegen Allensbach III. Und auch im zweiten Spiel verhalf Melnyk mit erneut zwölf Toren ihrer Mannschaft zum Sieg, während sie sich gegen Engen mit drei Toren in Zurückhaltung übte. Bühler fromuliert es so: "Gegen Allensbach war sie sehr gut, man merkt ihr natürlich ihr Können an. Wir freuen uns über diese starke Ergänzung."

Doch auch mit den Mitspielerinnen ist der Trainer sehr zufrieden, lobt einige "postive Entwicklungen" und sieht den Frauenhandball bei der SG gut aufgestellt: "Wir haben in dieser Saison das erste Mal eine zweite Mannschaft stellen können, was sich total auszahlt. So können wir vielen Akteurinnen Spielpraxis geben und die Kader ergänzen." Der Frauenbereich in Teningen habe sich prima entwickelt. "Noch dazu haben wir kaum Verletzte, so kann es weitergehen", sagt Bühler.

Zwei Spiele hat der Tabellensechste im Jahr 2019 noch zu absolvieren. Am Sonntag gastieren die Teninger Frauen beim Tabellenachbarn SG Gutach/Wolfach, ehe am 8. Dezember das Heimspiel gegen den TuS Steißlingen II das Kalenderjahr beschließt. Gut möglich, dass Eva Melnyk und Co. dann sechs Spiele ungeschlagen sind. Bei 27 Treffern in drei Spielen ruhen die Hoffnungen nicht zuletzt auf der erfahrenen Ukrainerin.

Tore SG: Birmele 9/1, Huber 8, Voigt 7, Spitz 6/3,Flemming 4, Melnyk 3, Adler 2, Matthis 1. Spielfilm: 4:0 (6.), 6:0 (11.), 9:1 (16.),12:2 (21.), 17:3 (30.), 22:7 (37.), 29:9 (44.), 31:13 (49.), 35:13 (54.), 40:15 (60.).