Nachbar als Spielleiter

EINWURF: Peinlich, peinlich

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Mo, 06. Mai 2019

Südbadenliga

Sven Beck und Sven Braun haben als Schiedsrichter einen guten Namen und sind folgerichtig im C-Kader des DHB gelistet. Am Samstag hatten das Duo nur eine Möglichkeit, alles falsch zu machen. Das lag nicht an den beiden Referees, die in Steinbach das Spiel leiteten. Das lag am Schiedsrichterkollegen und Spieleinteiler Johannes Friedhoff aus Freiburg, wie Staffelleiter Hans-Michael Ganter bestätigte. Friedhoff hatte das beim TV Sandweier beheimatete Paar in die Nachbarschaft geschickt. Ein Unding. Eine Entscheidung ohne jedes Fingerspitzengefühl, zumal Sven Braun in der Vergangenheit zusammen mit Fabian Hochstuhl, der im Kader der SG Kappelwindeck/Steinbach steht, Spiele geleitet haben soll. So gab es bereits vor dem Anpfiff einen Verlierer: Das Schiedsrichterwesen. Die beiden Herren im schrillen Shirt konnten sich auf dem Parkett bemühen, wie sie wollten. Kritik kam auf. Vor allem beim Empfinden für Zeitspiel war den Vorwürfen Tür und Tor geöffnet. Je emotionaler das Geschehen auf dem Spielfeld wurde, umso schwerer wurde der Stand der Männer, die sich um Unparteilichkeit bemühten.

Was war geschehen? Das eingeteilte Gespann Burger/Leser musste den Termin zurückgeben. Heinrich Burger (SV Waldkirch) gilt als designierter Schiedsrichterchef Südbadens. Er weilte bei der DHB-Tagung der Schiedsrichterwarte in Halberstadt. Daher gab das ursprünglich eingeteilte Paar den Spielauftrag zurück. Ein alltägliches Ereignis. Zum kleinen Politikum wurde es erst durch den Fauxpas bei der Neubesetzung. Da hilft auch nicht die Ausrede, es fehle an Fachkräften. Peinlich, peinlich, ist man geneigt zu sagen.