Handball

Frauenteam des TuS Altenheim setzt sich den Klassenerhalt zum Ziel

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Di, 26. November 2019 um 10:10 Uhr

Landesliga Nord

Martin Valo, ehemaliger slowakischer Nationalspieler und Bundesligacrack, arbeitet mit dem TuS Altenheim am Klassenerhalt.

NEURIED-ALTENHEIM. Der Charakter eines Teams zeigt sich vor allem in der Krise. Bei den Landesliga-Handballerinnen des TuS Altenheim war die Stimmung auch zwischen dem 5. Oktober und dem 9. November positiv, als sie fünf Niederlagen in Serie hinnahmen. Zumindest hat Martin Valo, deren Trainer, dies so wahrgenommen. Der 60-fache slowakische Nationalspieler und Bundesliga-Handballer, trainiert das Ensemble seit dem Beginn dieser Saison.

"Ich bin angesichts der Umstände sehr zufrieden", sagt Martin Valo. "Denn unsere Lage ist nicht gerade einfach. Wir haben zahlreiche Ausfälle, gerade auch von Leistungsträgerinnen. Da muss ich im Training wie im Spiel oft improvisieren. Die Art, wie die Mannschaft in dieser Lage reagiert, ist toll. Die Mädels machen super mit."

Der ungute Trend scheint vorerst gestoppt. Am vergangenen Samstag gelang den Altenheimerinnen mit dem 29:29 bei der HR Rastatt/Niederbühl ein kleines Erfolgserlebnis, das von Valo auch deswegen hoch bewertet wird, da dies gegen einen Konkurrenten von vergleichbarer Kragenweite gelang. "Da haben wir mit einem Rumpfkader eine tolle Leistung abgeliefert. Mit etwas Glück hätte man am Ende noch siegen können, doch das Unentschieden geht in Ordnung." Am Wochenende zuvor hatte sich der TuS mit dem 34:26-Heimsieg über den ASV Ottenhöfen nach fünf Pleiten wieder das Hochgefühl des Sieges verschafft.

Der TuS muss derzeit ohne Spielerinnen auskommen, die auch mal den Unterschied ausmachen können. Judith Förster ist schwanger; Katja Valha hat sich vor drei Wochen einen Handbruch zugezogen; Juliana Semmler, die einzige Linkshänderin im Altenheimer Kader, laboriert an einer Knieverletzung; die erfahrene Melanie Frenk, die vor vier Wochen eine Gehirnerschütterung und eine Kieferprellung erlitt, ist immer noch etwas angeschlagen, steht aber inzwischen wieder zur Verfügung.

Der 45-jährige ehemalige Spitzenhandballer Valo nennt den Klassenerhalt als vorrangiges Ziel. "Mehr ist nicht drin. Wir denken von Spiel zu Spiel, aber wir wissen, wir sind kein Aufstiegskandidat." Er pflegt einen realistischen Blick auf die Lage. Die Handballerinnen des TuS hatten sich im Mai dieses Jahres in zwei Relegationsspielen gegen den TV Ehingen den Klassenerhalt in der Landesliga gesichert. Valo geht es nun auch darum, A-Jugend-Spielrinnen in die erste Mannschaft zu integrieren. "Das geht noch etwa holprig, da wollen wir mehr tun."

Valo will seine Erfahrung an die Jugend weitergeben

Der langjähriger Spieler des TV Willstätt war nach seiner aktiven Karriere ins Trainergeschäft eingestiegen. Die Arbeit auf einem Niveau, das nicht jenem gleicht, welches er als Spieler kannte, mache ihm "viel Spaß", versichert er. Er hatte schon die Landesliga-Männermannschaft des TuS Großweier betreut. Das Frauenteam der SG Willstätt/Auenheim hatte er von der Landesliga in die Südbadenliga geführt. Derzeit hat der Fachlehrer Sport an der Astrid-Lindgren-Grund- und Werkrealschule in Offenburg auch noch die B-Jugend der HSG Hanauerland unter seine Fittiche genommen. Valo will Erfahrung und sportliche Vorstellungen unter die jungen Leute bringen.

Am kommenden Samstag steht dem Altenheimer Team eine reizvolle Aufgabe bevor: das Gastspiel beim TuS Helmlingen, der sich ebenfalls gegen den Abstieg stemmt.