Handball

Der TuS Schutterwald scheitert an sich selbst

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

So, 10. Februar 2019 um 14:11 Uhr

Südbadenliga

Südbadenligist TuS Schutterwald hat die Leichtigkeit des Spiels verloren. Das zeigte sich beim 28:28 (15:18) zu Hause gegen den TV Oberkirch. Der Abstand zum Primus wächst.

"Jetzt sind wir drei Punkte hinter Hofweier – vielleicht hören ja manche jetzt auf zu grübeln." Dieser viel sagende Satz stammt von Schutterwalds Trainer Nico Baumann nach dem enttäuschenden Remis zu Hause gegen den TV Oberkirch.

Die Begegnung am Freitag dokumentierte eindrücklich, wie ein Spitzenteam an sich selbst scheitern kann, wenn der Wille da ist, der Körper will, der Kopf jedoch blockiert. "Im Moment ist bei uns der Wurm drin", stellte auch Felix Zipf fest, 27 Jahre alter Ballwerfer des TuS mit langjähriger Drittligaerfahrung. Woran es liegt, vermochte auch er nicht näher zu analysieren. Da war die Niederlage in Kuppenheim am vorigen Wochenende, die möglicherweise noch in den Köpfen nachhallte. Doch sie allein kann nicht erklären, weshalb ein Team mit so großem personellem und spielerischem Potential nach zwei, drei unglücklichen Aktionen einknickt.

"Die Körpersprache ist unser Manko", hat Trainer Baumann ebenfalls beobachtet. Nach einem frühen 4:0 stand es eine Viertelstunde später 9:12. "Vielleicht war es ja zu einfach und manche haben geglaubt, es geht so weiter", mutmaßte Baumann. Die Köpfe auf Bank und Spielfeld hingen plötzlich in Richtung Hallenboden, ein Hauch von Resignation schien sich breitzumachen – nach einem Drittel der Spielzeit. Ein Einpeitscher, der die Mannschaft nun auf- und wachrüttelt, fehlt.

Erst beim 12:12 springen die Ersatzspieler auf, ballen die Faust, der Glaube ist zurück – zu spät. Im zweiten Spielabschnitt scheinen die Schutterwälder die vielen Einladungen der Gäste nicht annehmen zu wollen. Julian Seigel hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und verwarf gleich mehrere Tempogegenstöße. Beim 23:24 knallte Christoph Baumann einen Siebenmeter an den rechten Pfosten. Reichlich Anlässe, um ins Grübeln zu kommen. Einen Shooter, der ohne viel nachzudenken einfach weiterspielt, die verpatzten Aktionen ignoriert, hat Baumann nicht.

Die Oberkircher mussten nichts weiter tun, als ihren viel zitierten Stiefel herunterzuspielen, was Felix Zipf Lob abrang: "Sie machen das sehr gut mit ihrer Erfahrung: Sie warten geduldig auf ihre Chancen und lassen sich nicht verunsichern, wenn ihnen etwas misslingt." Diese Eigenschaft bringt letztlich den Erfolg, den der Punktgewinn in Schutterwald zweifelsfrei darstellt. Der Druck auf das eigene Team, so Felix Zipf, sei auf alle Fälle spürbar, die Unmutsbekundungen von der Tribüne hörbar. "Wir sind ein Traditionsverein, da sind die Erwartungen hoch. Alle wollen Verantwortung übernehmen. Vielleicht verkrampfen wir deshalb ein bisschen."

Was man der Mannschaft nicht vorwerfen kann, ist fehlender Wille. Und so retten die Roten Teufel das Remis über die Zeit. Und verdienen sich einen ganz wichtigen Punkt auf der Suche nach der Leichtigkeit des Handballspiels.

TuS Schutterwald: F. Heuberger, Herrmann; Wöhrle 2, T. Heuberger, Bachmann 2, Huck, Möschle 1, Zipf 5, C. Baumann 12/7, Pilsitz, Harter 5, Seigel 1. Spiel-Film: 4:0 (7.), 5:2, 6:3, 6:5 (11.), 8:6, 8:11, 9:12, 12:12, 12:14, 13:16, 14:18, 15:18 – 16:20, 19:21, 20:23 (41.), 23:23, 23:25, 25:25 (50.), 25:27, 26:28, 28:28. Zuschauer: 300.