Frustfaktor hoch zehn

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 11. Februar 2019

Südbadenliga

Dreiland-Handballerinnen kassieren in der Südbadenliga ihre zweite Niederlage in Folge.

HANDBALL Südbadenliga: HSG Dreiland – SV Allensbach III 28:30 (12:12) (BZ). Vor zwei Wochen thronte die HSG Dreiland souverän an der Spitze der Südbadenliga. Die Entscheidung im Meisterschaftsrennen schien nur über die Handballerinnen aus Lörrach und Weil führen zu können. Doch nun erlitt der Titelanwärter gegen den SV Allensbach III mit 28:30 die zweite Niederlage in Folge. Der Coach des Tabellenzweiten reagiert zerknirscht.

Die Voraussetzungen bei der HSG Dreiland erscheinen optimal: Nach dem Zusammenschluss von TV Brombach und ESV Weil ist der Kader breit, spielerische Qualität ist ebenso vorhanden wie auch die Erfahrung. Ob ein Aufstieg in die Oberliga realisierbar sei? Man befinde sich in den Planungen, sagte HSG-Trainer Christian Weber zu Jahresbeginn. Fraglich schien einzig, ob sich der höhere Aufwand für seine Spielerinnen – gerade für routinierte Kräfte wie Sabrina Gruber und Laura Puodziunaite – stemmen ließe.

HSG-Coach Weber stellt Oberliga-Tauglichkeit in Frage

Vier Wochen später klingt Weber ernüchtert. Oberliga? "Diese Gedankenspiele sollten wir ganz schnell vergessen", sagte der HSG-Coach nach der zweiten Pleite in Folge zerknirscht. Frustfaktor hoch zehn, auf einmal stellt Weber die generelle Tauglichkeit seines Kaders für die vierthöchste Spielklasse in Frage und mutmaßt, dass ein Aufstieg "viel zu früh käme". Die Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen. Vielleicht ist es auch nur ein Griff in die Psychologie-Kiste, womöglich will Weber damit den Ehrgeiz seiner Spielerinnen zu neuem Leben erwecken. Zumindest sind derlei Aussagen eine unmittelbare Folge des erhöhten Frustfaktors, welcher nicht die Niederlage gegen den SV Allensbach per se, sondern deren Entstehung produziert hat.

Gegen gegen die Allensbacher Drittvertretung schienen die Dreiland-Handballerinnen mit dem Ende ihrer Erfolgsserie nicht nur der Tabellenführung verlustig geworden zu sein, sondern auch ihres Siegeswillens. Dieser war bei den Gästen größer. Offensiv erlaubte sich die HSG-Offensive eine eklatante Abschlussschwäche, defensiv erreichten die Gastgeberinnen nicht ihre Normalform. Die Abwehr "war nicht vorhanden", kritisierte Weber eine zu passive, statische Verteidigung.

Die HSG konnte eine 6:2-Führung nach zehn Minuten nicht halten, erkämpfte sich gegen Ende des ersten Abschnitts aber einen Vorsprung – und kassierte mit dem Pausenpfiff das 12:12. In der zweiten Halbzeit gelang es Dreiland nicht mehr, in Führung zu gehen, egalisierte den Rückstand nach dem 17:20 (43.) noch zweimal. Abwenden konnte die HSG die Niederlage aber nicht.

In der Tabelle ist das Weber-Team nun auch nach Minuspunkten nur noch Zweiter hinter der SG Schenkenzell/Schiltach, der Vorsprung auf den TuS Ottenheim (3.) schrumpfte auf zwei Zähler. Vielleicht kehrt bei der HSG der Spaß mit einem Sieg am Samstag bei der SG Dornstetten zurück – und damit auch die Lust auf die Oberliga.

Tore HSG: Gruber 6, Friedlin 4, Puodziunaite 4/1, Wollfschläger 4/4, Winzer 3, Darius 2, Herzog 2, Ferreira 1, Huber 1, Knössel 1. Spielfilm: 3:2 (5.), 6:2 (10.), 6:5 (15.), 8:9 (23.), 12:12 – 13:15 (36.), 17:20 (43.), 20:20 (45.), 25:25 (53.), 26:29 (55.), 28:30.