BZ-Interview

Alfons Hörmann: "Verzicht wäre eine Kapitulation"

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Von Michael Dörfler & Georg Gulde

So, 22. Oktober 2017 um 13:47 Uhr

Sportpolitik

BZ-Plus Alfons Hörmann zu Gast in Freiburg. Der DOSB-Chef spricht im Interview über die Zukunft der Spiele in Deutschland, die Arbeit beim Olympiastützpunkt in Freiburg und die Macht der Funktionäre.

Der höchste Repräsentant des deutschen olympischen Sports zu Gast in Freiburg. Das wirft Fragen auf. Die Badische Zeitung befragte Alfons Hörmann nach der Zukunft von Olympischen Spielen, nach der Macht der Funktionäre im Internationalen Olympischen Komitee und der Zukunft des Olympiastützpunktes Freiburg. Michael Dörfler und Georg Gulde trafen den Präsidenten des DOSB in dieser Woche in Freiburg.

BZ: Herr Hörmann, wir sind hier in der wärmenden Herbstsonne auf einer Terrasse des Olympiastützpunktes in Freiburg. Wie sicher sind Sie, dass Sie am 9. Februar kommenden Jahres bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in der Kälte von Pyeong-chang in Südkorea stehen?
Hörmann: In Korea regnet’s eher, hab’ ich festgestellt. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich an diesem Tag mit unserem Team Deutschland dort sein werde. Das wird klappen. Was die Sicherheit anbelangt, herrscht vor Ort die feste Überzeugung, dass rund um den Zeitpunkt Olympischer und Paralympischer Spiele die Region so sicher sein wird, dass sich dort keine Fragezeichen mehr ergeben. Darauf vertrauen wir. Alles andere wäre spekulativ. Es gibt aktuell auch vom Auswärtigen Amt in Berlin diesbezüglich keinerlei Bedenken.

BZ: Gelegentlich ist zu hören, das Internationale Olympische Komitee (IOC) arbeite bereits an einem Plan B?
Hörmann: Ich kann Ihnen versichern, dass das nicht stimmt. Pyeongchang bereitet sich seit mehr als einem Jahrzehnt auf die Spiele vor, da kann man jetzt nicht so einfach sagen, das machen wir dort nicht.

BZ: Werden Sie in Südkorea auch auf russische Sportler treffen?
Hörmann: Diese Chance ist zweifelsohne sehr groß.

BZ: Nach den Dopingvorwürfen – in Form einer Mannschaft oder als Einzelsportler?
Hörmann: Ich halte die Wahrscheinlichkeit derzeit für sehr gering, dass es keine russische Mannschaft geben wird. Wir hoffen sehr, dass von Seiten des IOC in den kommenden Wochen Klarheit geschaffen wird. Bis Herbst 2017, so die Ankündigung, sollte ja die Frage abschließend geklärt sein. Meine Sorge ist deshalb schon: Kommt keine zeitnahe Entscheidung zustande, könnte es ein ähnliches Szenario wie vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro geben.
Wenn wir auf solche Veranstaltungen aus Angst verzichten würden, wäre das eine Kapitulation der Gesellschaft und damit auch des Sports als ...

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