"Ich bin restlos begeistert von den Athleten"

Sa, 13. Januar 2001

Sonstige Sportarten

BZ-INTERVIEW: Peter Zipfel, Bundestrainer des Nordischen Behindertenteams, über Professionalisierung des Handicap-Sports und seine Freude an der Aufgabe.

KIRCHZARTEN. Welchen Behindertensport hätten wir denn gern? Die Weltelite professionalisiert sich, die deutschen Athletinnen und Athleten dagegen stehen meist im Job und müssen sich die Zeit fürs Training mühsam zusammen kratzen. Soll der Sport mit Handicap eine Idylle des Amateurhaften bleiben? Wie ist mit Betrug und Doping umzugehen? Wie viel Leistung dürfen Nichtbehinderte von Behinderten fordern? Peter Zipfel, Cheftrainer des nordischen Handicap-Sports in Deutschland, hofft auf größere finanzielle Unterstützung. Eine Woche vor dem Nordischen Ski-Weltcup in Oberried sprach der ehemalige Erfolgsathlet aus Kirchzarten mit BZ-Redakteur Andreas Strepenick.

BZ : Nach den Sommer-Paralympics in Sydney geschah Erstaunliches. Medien und einzelne Politiker kritisierten die deutschen Athleten für ihr vergleichsweise schwaches Abschneiden. Haben wir Nichtbehinderten noch alle Tassen im Schrank oder ist es legitim, von Sportlern mit Handicap mehr Leistung zu fordern?
Zipfel : Erst mal müssen wir eine wichtige Unterscheidung treffen: Die meisten nichtbehinderten Athleten bei den Olympischen Spielen von Sydney waren Profis. Die deutschen Behindertensportler bei den anschließenden Paralympics sind dagegen allesamt Amateure. Sport ist ihr Hobby. Da muss man vorsichtig sein mit der Forderung nach Top-Leistung. Die deutschen Athleten werden vom Staat ja auch nur minimal gefördert.
BZ : Wie ist das in anderen Ländern?
Zipfel : In den meisten genauso, aber keineswegs in allen. In den USA etwa werden Athleten vor den Paralympics für ein Jahr vom Job freigestellt. Sie bekommen dieselben Trainingsbedingungen wie Berufssportler. Andere Nationen zogen nach. Das ist die entscheidende Erklärung für das Abrutschen der Deutschen im Medaillenspiegel.
BZ : Gesetzt den Fall, auch unsere Handicap-Sportler würden optimal gefördert: Wäre es ...

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