Jele Storz gewinnt das deutsche Ranglistenturnier

Lukas Karrer

Von Lukas Karrer

Mi, 23. Oktober 2019

Tischtennis

Tischtennisspielerin muss nur im Halbfinale so richtig zittern .

RIEDSTADT. Neun Spiele – neun Siege: Jele Storz von der DJK Offenburg hat beim deutschen Top-48-Turnier der U-15-Mädchen im hessischen Riedstadt eindrucksvoll ihr Können unter Beweis gestellt. Die 13-Jährige gab auf ihrem Weg zum Turniersieg während beider Turniertage lediglich fünf Sätze ab.

Die Einführung der TTR-Punkteregelung, welche für jede/n Tischtennisspieler/in eine Ranglistenpunktzahl ausrechnet, hat das Tischtennis für Liebhaber von Statistiken und Rechenspielen um einiges bereichert. Vor jedem anstehenden Duell ist es möglich, die eigene Siegwahrscheinlichkeit zu berechnen, und so ist zumindest auf dem Papier klar, wer als Favorit und wer als Außenseiter in eine Partie geht.

Jene Auftakthürden, bei denen Jele Storz in Riedstadt als klarer Favorit in die Begegnung gegangen war, meisterte die deutsche Junioren-Nationalspielerin zumeist problemlos. Lediglich gegen Sarah Peter (TTC Salmünster 1950) hatte Offenburgs Ausnahmetalent mit dem Spitznamen "Maschine" größere Probleme. Nach einem 0:2-Satzrückstand konnte Storz aber auch dieses Spiel für sich entscheiden und ging somit ungeschlagen in ihre Halbfinalpartie gegen die Turnierfavoriten Laura Kaim (TTC Seligenstadt).

Eine Siegchance von elf Prozent wurde Jele Storz eingeräumt

Laut TTR-Rechner eine klare Sache: Lediglich eine Siegchance von elf Prozent wurde Jele Storz hier eingeräumt. Doch die Schülerin des Freiburger Rotteck-Gymnasium widersetzte sich der Wahrscheinlichkeit. Mit tollen Angriffsbällen und einem starken Blockspiel setzte sie sich gegen Kaim nach fünf umkämpften Sätzen durch und buchte das Finalticket.

Auch gegen Mia Griesel (TSV Lunestedt) war Storz auf dem Papier die Außenseiterin. Immerhin waren es laut TTR-Rechner diesmal 15 Prozent Siegchance. Der TTR-Rechner sollte sich ein weiteres Mal täuschen: Storz, die jüngst bei der Jugend-Europameisterschaft in Tschechien mit dem deutschen Schülerinnenteam auf Rang drei landete, erlaubte sich kaum leichte Fehler und gewann in drei Sätzen. Über jenen Erfolg freut man sich auch bei der DJK Offenburg. "Das ist ein großer Erfolg für Jele. Sie macht weiter große Fortschritte", sagt Petra Heuberger, Jugendwartin der DJK.

Durch viele nationale und internationale Turniere sowie zahlreiche Auslandsaufenthalte war es Jele Storz in der vergangenen Saison leider nur an wenigen Spielen möglich, Teil des Offenburger Regionalligateams zu sein. In der laufenden Spielzeit sieht es deutlich besser aus. "Jele steht uns in dieser Saison häufiger zur Verfügung. Eventuell kommt sie ja schon in dieser Saison auch in der 2. Bundesliga zum Einsatz", so Heuberger.

Jene 2. Bundesliga ist das nächste Zwischenziel der ehrgeizigen Schülerin. Nach deren Aufstieg in der Vorsaison will sich der Verein dort etablieren. Allzu gerne wäre dann auch Jele Storz bald ein Teil dieses Teams, doch das soll noch lange nicht alles sein. "Eines Tages möchte ich zu Olympia", sagt die 13-Jährige. Um dieses Ziel zu erreichen ist für Jele Storz noch ein weiter Weg zu gehen. Das Potential, es im deutschen Tischtennis ganz weit zu schaffen, schlummert in dem kleinen Energiebündel allemal.