Oliver Leki

GESICHT DER WOCHE: Schon wieder ein Freiburger

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 25. August 2019

SC Freiburg

Die Kommentierung der wohl bevorstehenden Wahl des SC-Präsidenten Fritz Keller zum neuen DFB-Chef war kaum abgeklungen, da machte diese Woche der nächste SC-Verantwortliche mit seiner Berufung zu bundesweiten Aufgaben Schlagzeilen: SC-Finanzvorstand Oliver Leki wurde auf der Generalversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) – dem Zusammenschluss aller Erst- und Zweitligisten – zum zweiten stellvertretenden Sprecher des DFL-Präsidiums gewählt; zudem fungiert er künftig als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DFL GmbH. Die Entscheidung fiel schon am Dienstag, bei einer Teilversammlung im Vorfeld der eigentlichen Generalversammlung, Leki setzte sich dabei im Kampf um das Vertrauen der Profiklubs gegen den Bremer Klaus Filbry durch.

Beim traditionell die Zweitligavereine vertretenden dritten stellvertretenden Sprecher bezwang mit Steffen Schneekloth (Holstein Kiel) der Vertreter eines finanzschwächeren Vereins Bernd Hoffmann vom Hamburger SV. Ein Zeichen dafür, dass bei diesem Treffen auch Diskussionen zwischen den finanzkräftigsten und den nicht so gut ausgestatteten Vereinen stattgefunden haben könnten. So soll laut kicker BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Verhandlungen vorzeitig verlassen haben, seine Bewerbungen um Posten zurückgezogen haben. Hintergrund der Querelen soll eine gewünschte Umverteilung der TV-Gelder mehrerer Vereine sein.

Wie beurteilt das frisch gewählte Präsidiumsmitglied die Entscheidung für ihn? "Die Wahl durch die 36 Clubs ist ein Ausdruck großen Vertrauens", so Leki. Und welche Ziele hat der Freiburger? "Es stehen einige wichtige Themen für den deutschen Fußball an. Dass ich für den Erhalt der 50+1 Regel bin, habe ich immer gesagt", sagt Leki. Nach dieser Vorschrift ist es Kapitalanlegern nicht möglich, die Stimmenmehrheit in Kapitalgesellschaften zu übernehmen, falls Fußballvereine ihre Profimannschaften in eine solche ausgegliedert haben. Keller, Leki und dann auch noch der "Freiburger" Bundestrainer Joachim Löw: Man darf die Häufung an Funktionsträgern im deutschen Fußball durchaus als Kompliment für den SC Freiburg und für die Region sehen.

Otto Schnekenburger