Aufstiegshilfe für die Weitenjäger

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mi, 11. September 2019

Skispringen

Olympiasieger Georg Thoma Laudator bei Einweihung des neuen Tellerlifts der Schanze in Breitnau.

BREITNAU. Am Morgen des Wettkampftags auf der Wirbsteinschanze traf die Betriebserlaubnis für die neue Aufstiegshilfe per Post bei Franz Lickert ein. Damit lag die lang ersehnte Genehmigung für die Benutzung der neuen Anlage neben der Wirbsteinschanze beim Georg-Thoma-Pokal vor. Der Vorsitzende der Skizunft Breitnau zeigte sich erleichtert: "Das war just in time."

Die "Initialzündung" für das Vorhaben erfolgte nach Angaben von Franz Lickert 2017 beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Schonach: "Damals haben wir uns entschieden." Das Genehmigungsverfahren zog sich hin. Im Frühjahr 2019 fand der symbolische erste Spatenstich statt. Die Fäden liefen bei Franz Lickert jr., Sportwart nordisch sowie Thomas Ketterer und Albert Zähringer zusammen. Auch Philipp Rießle, Trainer der "Running Dragons", gehörte zum Team der 30 freiwilligen Helfer. Diese leisteten über 500 Stunden ehrenamtliche Arbeit bis zur jetzigen Fertigstellung. Unterstützung fand die Skizunft bei zahlreichen Firmen und der Gemeinde. Der 82-jährige Pater Wolfgang Klock, unterstützt vom gleichaltrigen "Messdiener" Georg Thoma, erbat Gottes Segen für die Anlage. Klock erinnerte daran, dass zu Zeiten von Apostel Paulus die Sieger einen Kranz erhielten: "Auch die wussten alle, dass nur einer gewinnen kann."

Georg Thoma, 1960 Olympiasieger in der Nordischen Kombination, erinnerte an die Zeit um 1990: "Damals führten wir Gespräche, wie wir ein Netz von Kinder- und Jugendschanzen im Schwarzwald aufbauen können." Unterstützung fand er bei Lothar Böpple, dem Chef der Sparkassenversicherung ÖVA. Sparkassen-Vorstandsmitglied Jochen Brachs ergänzte: "Unsere Unternehmen sind seit Jahrzehnten eng mit dem nordischen Skisport verbunden." Brachs übergab einen Scheck über 5 000 Euro für den Bau des Tellerlifts und scherzte: "In Zeiten niedriger Zinsen ist das Geld hier doppelt sinnvoll angelegt."

Die Kosten für die rund 100 Meter lange Aufstiegshilfe belaufen sich auf 80 000 Euro. Davon trägt der Badische Sportbund Freiburg 24 000 und der Deutsche Skiverband (DSV) 15 000 Euro. Die restlichen gut 50 Prozent müssen über Sponsoring und Eigenmittel des Vereins abgedeckt werden. Die Kommune habe den Bau mit Materialien unterstützt, so Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh: "Es ist für unsere Dorfgemeinschaft eine Herzensangelegenheit." Der Sportwart nordisch beim Deutschen Skiverband, Timo Drebs, war eigens zur Einweihung von Winterberg in den Hochschwarzwald gekommen und übergab das DSV-Zertifikat sowie einen Wimpel: "Die Skizunft genießt bei uns höchste Anerkennung. Wir wissen diese ehrenamtlichen Leistungen einzuschätzen." Drebs freute sich auch über die große Teilnehmerzahl beim GTP-Wettbewerb: "Da schreiben viele große Stützpunkte kleinere Zahlen." Der Sport sei ein guter Leitfaden für die positive Entwicklung junger Menschen.

Zu den Gratulanten zählten auch der Bundestrainer der Skispringer, Stefan Horngacher, der Sprecher des Präsidiums des Skiverbands Schwarzwald, Manfred Kuner sowie der Präsident des Badischen Sportbundes Freiburg, Gundolf Fleischer.