Deutscher Fehlstart auf dem Gletscher

dpa

Von dpa

Mo, 28. Oktober 2019

Ski Alpin

17-jährige Neuseeländerin und der Franzose Alexis Pinturault gewinnen Weltcup-Auftakt der alpinen Skifahrer /Rebensburg 13., Luitz 16.

SÖLDEN (dpa). So hatten sich die deutschen Skirennfahrer den Start in die neue Saison nicht vorgestellt. Nachdem Viktoria Rebensburg als Mitfavoritin die Top Ten in Sölden klar verpasst hatte, patzten auch die Männer. Alpinchef Wolfgang Maier haderte mit dem fehlenden Risiko.

Das erste Jahr nach dem Rücktritt von Erfolgsgarant Felix Neureuther hat für die deutschen Skirennfahrer mit einem verpatzten Saisonauftakt begonnen. Beim traditionellen Riesenslalom von Sölden kam Stefan Luitz am Sonntag nur auf Platz 16, Alexander Schmid landete als zweiter Athlet des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) auf dem 27. Rang. Tags zuvor hatte auch Mitfavoritin Viktoria Rebensburg als 13. gepatzt und die vorderen Plätze klar verpasst.

"Die Zugpferde sind noch nicht so weit, wie wir uns das vorgestellt haben", resümierte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. Luitz fehlten auf den souveränen Sieger Alexis Pinturault aus Frankreich 1,83 Sekunden. Erstmals seit Herbst 2002 reist das deutsche Team ohne einen Platz unter den Top zwölf vom Auftakt auf dem Rettenbachgletscher ab. Die frühe Veranstaltung soll vor allem helfen, das Geschäft mit Wintersportartikeln bereits im Herbst anzukurbeln.

Anders als Sieger Pinturault, der vor seinem französischen Landsmann Mathieu Faivre (+0,54 Sekunden) und Zan Kranjec aus Slowenien (+0,63) gewann und ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um den Gesamtweltcup setzte, kamen Luitz und Schmid mit dem herausfordernden Steilhang nicht zurecht. "Entweder du gehst komplett an die Limits ran oder du musst dich mit Platzierungen hinten begnügen", sagte Maier.

An Glückwünsche der US-Stars Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin muss man sich als 17 Jahre alte Schülerin aus Neuseeland erst mal gewöhnen. Ebenso an Pressekonferenzen nach Siegen im alpinen Ski-Weltcup und Preisgeld in Höhe von 45 000 Schweizer Franken (40800 Euro) – nur das mit dem Feiern wird wohl nie mehr, zumindest offiziell, so nüchtern ausfallen müssen wie an diesem ski-historischen Samstag. "Ein halbes Bier ist angemessen", sagte Alice Robinson nach ihrem sensationellen Erfolg im Riesenslalom von Sölden.

Künftig wird sich aber alles nur noch ums Skifahren drehen für die Junioren-Weltmeisterin im Riesenslalom, die am Samstag in ihrem erst elften Rennen schon den ersten Sieg feierte.