Ein Staffelkrimi zum guten Schluss

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mi, 27. März 2019

Skilanglauf

Schwarzwälder Erfolge beim DSC-Finale der Langläufer im Bayerischen Wald / Luca Wehrle Zweiter im Massenstartrennen.

SKILANGLAUF. Mit dem Finale im Deutschen Schülercup (DSC) endete die Saison für den Langlauf-Nachwuchs auch auf nationaler Ebene. An drei Wettkampftagen am Arber im Bayerischen Wald erkämpften sich die Talente der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) fünf zweite Plätze.

Der Freistil-Techniksprint über einen Kilometer am Freitagnachmittag wurde erschwert durch die warmen Temperaturen: Bei zwölf Grad plus war die Strecke sehr weich und tief. Gerade die ersten Läuferinnen der Altersklasse U 14 mussten durch den sulzigen Schnee pflügen. Leonie Maier (WSG Feldberg) wurde mit einer frühen Startnummer in der Zeit von 4:42,63 Minuten Siebte der 47 Mädchen. Die später gestartete Biathletin Dana Horngacher (SZ Breitnau/4:39:03) war als Fünfte beste Baden-Württembergerin.

Nach Sonnenuntergang wurde es kühler und die Strecke härter. Weil es schwierig war zu überholen, mussten einige Teilnehmer langsameren Läufern vor sich längere Zeit hinterherlaufen. Dies kostete auch den ein oder anderen SBW-Starter eine bessere Platzierung.

In der männlichen U 14 schaffte es hinter dem zweitplatzierten Schwaben Timo Horelt (SG Niederwangen/4:05,34) auch der Kirchzartener Sven Kolb (4:14,61) als Achter in die Top Ten. Sein Vereinskamerad Dean Uetz (4:26,01) sammelte als 16. ebenfalls DSC-Punkte.

Bei den U-15-Läufern ging es sehr eng zu. Der Sechste Luca Wehrle (SC Hinterzarten/3:47,49) verpasste den Bronzeplatz nur um 1,01 Sekunden. Luis Braun (WSG Schluchsee/3:52,87) und Jakob Horlacher (SV Kirchzarten/3:54,49) landeten als Neunter und Zehnter in den Top Ten und die Hinterzartener Marius Zähringer (16.) und Axel Hensler (17.) behaupteten sich ebenso wie Jakob Kuß (SZ Bend/22.) in der ersten Hälfte des großen Teilnehmerfelds. Das gelang bei den gleichaltrigen Mädchen, wo Lena Mettang (WSV Mehrstetten/4:03,24) Zweite wurde, auch den Hochschwarzwälderinnen Mali Brugger (WSG Schluchsee/18./ 4:25,89) und Janna Klimpel (SZ Breitnau/19./4:27,59).

Im Massenstartrennen in der klassischen Technik am Samstag gingen bei neun Grad Wärme viele Starter kurzärmlig und in kurzen Hosen auf die überwiegend in der Sonne liegende Strecke. Erstmals wurden die Jungs der U 15, die acht Kilometer vor sich hatten, von ihren SBW-Betreuern unterwegs mit Wasser versorgt. Ob’s auch daran lag, dass sich die sechs Schwarzwälder in dem spannenden Rennen so prächtig schlugen? Sie hielten lange mit der Spitzengruppe um den bayerischen "Überflieger" Emil Herzog mit. Axel Hensler verlor nach Getränkeaufnahme in der zweiten Runde zwar zunächst den Anschluss, kämpfte sich aber ganz alleine wieder kontinuierlich nach vorne. Es gab wiederholt Tempoverschärfungen, die Luca Wehrle als einziger SVS- Athlet mitgehen konnte. Am Ende der vier Runden spurtete er 9,5 Sekunden hinter Seriensieger Herzog (26:25,8) als hervorragender Zweiter ins Ziel. Auch seine Kameraden aus dem Skiverband Schwarzwald (SVS) behaupteten sich mit starken Leistungen im Vorderfeld: Jakob Kuß (27:04,5) wurde Siebter und auf den Plätzen neun bis zwölf folgten kurz darauf dicht hintereinander Axel Hensler (27:23,4), Jakob Horlacher (27:25,2), Luis Braun (27:25,8) und Marius Zähringer (27:37,8).

Bei den Mädchen der U 15 über sechs Kilometer lief Lena Mettang (21:41,2) wie am Vortag auf Rang zwei. Mali Brugger (22:43,8) wiederholte ihren 18. Platz und unmittelbar hinter ihr schafften es auch die beiden Breitnauerinnen Marlene Bach (22:44,2) und Janna Klimpel (22:44,3) in die Top 20 und die Punkteränge in der Pokalwertung.
Schneller als ihre SVS-Kolleginnen war über die selbe Distanz trotz Erkältung in der Vorwoche Leonie Maier (21:56,9) als 13. der U 14. "Sehr positiv überrascht" zeigten sich die Schülertrainer von der Vorstellung der gleichaltrigen Jungen nach ihren drei Runden. Urs Müller (SC St. Peter) war in der Zeit von 20:17,4 Minuten auf den fünften Platz gestürmt, Dean Uetz wurde 10,4 Sekunden dahinter Siebter und Sven Kolb (20:40,0) Elfter.

In die Gesamtwertung des Deutschen Schülercups kamen die jeweils besten fünf Ergebnisse aus sieben Rennen. Erfolgreichste Schwarzwälderin in diesem Winter war Leonie Maier als Vierte der U 14 mit 87 Punkten – zum Bronzerang fehlten ihr nur fünf Punkte. Noch enger war’s bei Luca Wehrle in der U 15: Mit 96 Punkten wurde er Fünfter, mit 98 wäre er Dritter. Als Achter und Neunter setzten sich auch Jakob Kuß (73) und Luis Braun (71) in den Top Ten fest. Knapp dahinter finden sich Zähringer (12.) und Horlacher (13.) mit jeweils 63 Punkten, 21. wurde Hensler (40). Bestplatzierte SBW-Langläuferin ist Lena Mettang als Dritte der weiblichen U 15, Marlene Bach (21.), Mali Brugger (24.) und Janna Klimpel (26.) platzierten sich im hinteren Mittelfeld. In der männlichen U 14 ist Sven Kolb (73) als Neunter zweitbester Baden-Württemberger hinter Timo Horelt (87/ 5.), Urs Müller (51/17.) und Dean Uetz (48/20.) schafften es in die Top 20. Insgesamt sind die SBW-Langläufer im DSC laut Trainerteam "gut dabei".
Im abschließenden Staffelrennen am Sonntag über 4 x 3-Kilometer, ausschließlich in der Skatingtechnik, konnten die SBW dank der Unterstützung aus Biathlon und Nordischer Kombination sieben der 40 Staffeln stellen, nur Bayern hatte mehr aufzubieten. Startläuferin Leonie Maier (SBW 1) übergab nach zwei Stürzen als Zehnte an Timo Horelt. Biathletin Julia Tannheimer (SBW 2) führte zwischenzeitlich das Feld an und übergab als Dritte an Sven Kolb. Timo Horelt machte Plätze gut und übergab an Lena Mettang. Diese kämpfte sich bis auf Platz zwei vor und Schlussläufer Luca Wehrle ging zusammen mit Emil Herzog (Bayern 1) auf die Strecke. Die Staffel aus Sachsen lag schon mit großem Vorsprung auf Siegkurs.

Luca Wehrle lief laut Schülertrainerin Linda Schelb "ein sensationelles Rennen". Wie die Tage zuvor hatten die SBW-Läufer wieder richtig gute Ski und so konnte Wehrle locker an Herzog vorbeiziehen – was für den sieggewohnten Bayern "ziemlich demotivierend" gewesen sei. Als der Hinterzartener das Tempo mal verschärfte, hatte Herzog große Mühe, Anschluss zu halten. Am letzten Anstieg "flog" Wehrle fast über die Kuppe und der Bayer konnte ihm nicht folgen. Das SBW-Team stand Kopf: Silber, 11,2 Sekunden hinter Sachsen und fünf Sekunden vor Bayern, dazu Rang sechs für die zweite Staffel, für die ebenfalls zwei Schwaben und zwei Schwarzwälder kämpften.
Landestrainer Dieter Notz unterstützte die Schüler als Wachser an allen drei Tagen mit "super Ski". Auch viele Eltern waren dabei und genossen mit ihren Sprösslingen die tolle Stimmung im SBW-Team. Für Wehmut sorgt jedoch, dass Trainer Toni Ringwald nach 20 Jahren in den "Schülerkader-Ruhestand" geht.