Begeisterung auf breitem Brett

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Mo, 11. Februar 2019

Snowboard

Snowboardcross-Weltcup bietet am Seebuck packenden Sport.

SNOWBOARD. Der Sturm war einfach zu stark. Nach einem famosen Weltcup-Samstag mit zwei Podestplätzen für die deutschen Crosser Paul Berg und Konstantin Schad, gab es am Sonntag keine Chance für den geplanten Snowboardcross-Mixed-Wettbewerb auf dem Seebuck. "Die Gates sind nicht aufgegangen", berichtete Jana Fischer (19) vom SC Löffingen, die am Samstag auf Rang 16 gerast war.

Die Klappen im Freefall-Starthäuschen, an dem die Snowboardcrosser senkrecht fallen, um sich in ihre Rennen zu stürzen, öffneten sich gar nicht erst am Sonntagmorgen. "Der Wind drückte genau im 90-Grad-Winkel auf die Klappen", so Fischer. Es stürmte so wild oben am Seebuck, am Start der knapp 900 Meter langen Spezialpiste, dass Thorsten Rudolph, Präsident des Organisationskomitees und Geschäftsführer des Ausrichters Hochschwarzwald Tourismus, um 9.29 Uhr, eine Viertelstunde vor dem Start, der BZ die Absage des Mixed-Team-Events mitteilen musste. "Die Sicherheit für Athleten, Helfer und Zuschauer war nicht gewährleistet."

Das wurmte die angriffslustige Crosserin aus Bräunlingen. "Ich wäre sehr gern mit Konstantin Schad im Team gefahren und hätte gern noch einmal angegriffen", so Fischer. Hunderte Fans feierten die 19-Jährige, als sie sich am Freitag für das Finale der besten 16 Frauen qualifizieren konnte, und sie feierten sie abermals am Samstag, als sie am Seebuck wieder 16. wurde. Die beiden ersten Tage waren perfekt über die Bühne gegangen, die ARD hatte die Bilder von den spektakulären Heats, den Einzel-Rennen der jeweils vier Starter, eine Stunde lang in die Welt hinaus gesendet. Gleich zwei deutsche Snowboardcrosser schafften es im Feld der Männer aufs Podest, Paul Berg vom SC Konstanz als Zweiter und Konstantin Schad aus Fischbachau als Dritter. Nur der Australier Cameron Bolton war an diesem Samstag nicht zu schlagen gewesen.

Am Feldberg wird die Spezialpiste nun umgebaut für die Skicrosser, die am Dienstag anreisen und kommendes Wochenende in ihre Weltcup-Rennen starten – mit dabei sein wird dann erneut eine Schwarzwälderin: Daniela Maier vom SC Urach, die vor Wochenfrist bei der Weltmeisterschaft in Kanada auf Rang elf gerast war. Jana Fischer wird dann längst wieder unterwegs sein. In zwei Wochen rast sie in Spanien zu Tal. "Wir Crosser sind vielleicht ein bisschen wilder als andere Sportler", sagt sie. "Wir fahren ja zu viert, manchmal sogar zu sechst gleichzeitig die Strecke runter. Da braucht man Biss und Durchsetzungsvermögen."

Untereinander und abseits der Piste gehe es aber eher locker zu, und Fairness stehe in diesem Sport sehr hoch im Kurs. Fischer ist stolz, dass sie bei ihrem Heimweltcup starten durfte. Sie dankte den 300 freiwilligen Helferinnen und Helfern, aber auch den Erbauern der Piste: "Sie haben das Beste aus dem Feldberg herausgeholt" freute sich Jana Fischer. "Die Strecke ist super."