Startverbot bis im Sommer

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Fr, 11. Oktober 2019

Skispringen

Hinterzartens Rothaus-Schanze wird für 2,2 Millionen umgebaut.

HINTERZARTEN. Vor einem Vierteljahrhundert wurde der erste FIS-Sommer-Grandprix der Skispringer in den drei Sprunglaufzentren Hinterzarten, Predazzo/Italien und Stams/Österreich ausgetragen. Seit 1994 erlebte der Sommerwettbewerb der weltbesten Weitenjäger eine enorme Entwicklung. 25 Jahren gehört die Skisportgemeinde im Hochschwarzwald zu den festen Größen in dem weltweit beachteten sportlichen Wettstreit.

Im kommenden Sommer muss der Heimatort der Olympiasieger Georg und Dieter Thoma als Grandprix-Ausrichter allerdings passen. "Der geplante Umbau der Rothausschanze lässt uns keine andere Wahl," erklärt Tanja Metzler. Gleichwohl war die Vorsitzende des Skiclubs Hinterzarten bei der Kalenderkonferenz des Weltskiverbands (FIS) in der Schweiz präsent. Die FIS-Verantwortlichen lobten in Zürich die Bemühungen der Hinterzartener, den Anlauf der Rothausschanze den neuesten Anforderungen an den Sprunglaufsport anzupassen. Metzler ist sehr zuversichtlich: "Im Jahr 2021 werden wir mit frischem Elan wieder dabei sein." Ohne die umfassende Sanierung hätte Hinterzarten kein FIS-Zertifikat mehr erhalten. Das Adler-Skistadion ist der einzige Bundesstützpunkt für Skisprung und Nordische Kombination in Baden-Württemberg, zudem Teil des Olympiastützpunkts Freiburg-Schwarzwald und bedeutender Trainingsstandort für Bundes- und Landeskader des Deutschen Skiverbands.

Um den neuesten Anforderungen gerecht zu werden, muss der vor 37 Jahren gebaute Anlaufturm der Rothausschanze verbreitert werden. Neben der Anlaufspur werdenTreppen angebracht, die das Präparieren im Winter erleichtern und sicherer machen sollen. Zudem wird die Anlage mit einer Kombi-Anlaufspur ausgestattet, der Schanzentisch abgeflacht und an das neue Profil angepasst. Der Turm erhält einen Aufwärmraum und eine Toilette.

Die Netto-Baukosten sind mit 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernehmen der Bund 30 und das Land Baden-Württemberg 40 Prozent. Für die restlichen 30 Prozent, immerhin noch 660 000 Euro, liegen der Gemeinde Hinterzarten als Bauherrin Zuschusszusagen des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und des Badischen Sportbunds Freiburg über je 200 000 Euro vor. "Damit blieben 260 000 Euro an der Gemeinde hängen", rechnet Hinterzartens Bürgermeister KLaus-Michael Tatsch vor, der auf der Suche nach weiteren Sponsoren ist, "denn die Kommune kann einen solchen Betrag kaum allein stemmen." Was die Planung anbelangt, "sind wir auf der Zielgerade," so Tatsch. In der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 22. Oktober, soll dem Gemeinderat die exakte Kostenermittlung vorliegen. Zu der Sitzung werden Architekt Renn und Vertreter des Deutschen Skiverbands (DSV) erwartet. "Verläuft alles nach Plan und stimmt das Wetter, kann noch im November mit dem Rückbau begonnen werden", so Tatsch. Bis zum Herbst 2020 soll die Rothausschanze betriebsbereit sein.

Auch während der Umbauphase wird der Sportbetrieb im Adler-Skistadion aufrechterhalten. In kommenden Winter werden im Vier-Schanzenzentrum der Georg-Thoma-Talent-Pokal, der Kreisjugendskitag, der Langlauf-Wettbewerg "Jugend trainiert für Olympia" sowie ein Verbands-Sprintwettbewerb der Langläufer ausgetragent. 2020 ist das Schanzenzentrum Ort des "Youth-Cups", zu dem die weltbesten Nachwuchsathleten erwartet werden. Zudem ist 2020 ein Herbstabschlussspringen geplant.

Imm Sommer 2021 soll dann der nächste FIS-Grand-Prix über den Bakken gehen.