Drei tolle Tage auf Asphalt

Roger Müller

Von Roger Müller

Mo, 23. September 2019

Radsport

20.Auflage des Riderman lockt 712 Zeitfahrer und 950 Hobby-Pedaleure auf die Sonntagsetappe.

BAD DÜRRHEIM (rom). Es ist ein Radsport-Spektakel auf dünnem Pneu, das auf der Baar nicht mehr wegzudenken ist aus dem Wettkampfkalender vieler ambitionierter Hobby-Radrennfahrer aus ganz Deutschland, der Schweiz, Italien und Belgien. Der "Riderman" ist im zwanzigsten Jahr erwachsen geworden, und wird immer professioneller. Drei Tage Radsport pur waren von Freitag bis Sonntag in der Kurstadt Bad Dürrheim geboten. Gesamtsieger wurde Tobias Eise (MTS Triebwerk), bei den Frauen setzte sich die Belgierin Ils Van Der Moeren durch.

Ein offensichtlicher Zugewinn war der Livestream auf der großen LED-Wand im Start- und Zielbereich. Zwei Moderatoren kommentierten das Renngeschehen. Nach dem Einzelzeitfahren am Freitag, bei dem 712 Starter auf den 16 Kilometer langen Rundkurs gingen, waren es bei der Königsetappe am Samstag über 121 Kilometer und 1850 Höhenmeter 654 Pedaleure. Am Sonntag waren es dann rund 950 Hobby- und Amateurrennfahrer, zu den Etappenfahrern kamen zusätzlich noch die Tagesstarter hinzu. Auf der Strecke ging es am Samstag extrem spannend zu, den Zielsprint eines Quintetts entschied der Belgier Nils Merckx vor seinem Landsmann Anthony Spysschaert für sich. Tobias Eise (GCC Cycling) und Christian Kreuchler (BKK Mobil Oil Cycling-Team) folgten auf den Plätzen. Auch bei den Frauen hatte mit Ils Van Der Moeren eine Belgierin die Nase vorn.

Am Sonntag erwartete die knapp 1000 Radrennfahrer perfektes Spätsommerwetter. Der Gesamtführende Benedikt Helbig setzte sich nach rund 50 der 99 Kilometer vom Feld ab und suchte die Chance in einer Solofahrt. Die Flucht nach vorn dauerte rund 30 Kilometer, dann jedoch wurde er von einer Verfolgergruppe gestellt. Wie schon am Samstag kam es zum Zielsprint, in dem sich erneut der Belgier Nils Merckx durchsetzte. Jubeln durfte jedoch ein anderer: Tobias Eise. Mit seinem dritten Tagesrang und gerade mal 0,6 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger, holte er sich den Gesamtsieg bei der 20. Auflage des Riderman. Bei den Frauen siegte Ils Van Der Moeren (Belgien).

150 Streckenbetreuer, Polizisten und Motorradfahrer waren am Wochenende als umsichtige Begleiter gefordert. Dazu kamen rund 15 Tonnen Absperrmaterial. Radfahren macht hungrig, das beweist ein Blick auf die Verpflegungsliste der Teilnehmer. 240 Blechkuchen, 810 Schinkenhörnchen, ebenso viele Blätterteigstangen, mehr als 1500 Scheiben Hefezopf sowie hunderte Liter an Getränken wurden bereitgestellt.

Die Jugend- und Juniorenfahrer des Heuer-Cups durften beim Riderman ihr eigenes Rennen im Rahmen ihrer Rennserie bestreiten. Sie wurden knapp 45 Minuten nach dem Start der dritten Etappe auf die Strecke geschickt und durften ihren Zieleinlauf unter großem Applaus der zahlreichen Zuschauer feiern.