Stiebjahn siegt bei Klassiker

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 08. Oktober 2019

Mountainbike

Der Mountainbiker aus Langenordnach gewinnt in Frankreich einen Marathon über 85 Kilometer.

TITISEE-NEUSTADT. Simon Stiebjahn aus Langenordnach hat im französischen Ornans seinen ersten Sieg bei dem Klassiker Extreme-sur-Loue gefeiert. Nach Rang drei im Vorjahr triumphierte der Schwarzwälder im Departement Doubs nach 85 Kilometern deutlich vor seinem Bulls-Teamkameraden Simon Schneller.

Gut 50 Kilometer waren gefahren, da sprengte Simon Stiebjahn bei matschigen Bedingungen die bis dahin bestehende fünfköpfige Spitzengruppe mit Simon Schneller (Oberlengenhardt), Daniel Geismayr (Österreich) und den Franzosen Hugo Drechou und Roudil Cortinat. Youngster Simon Schneller lag in einem Singletrail an erster Position, doch dem deutschen U-23-Meister fiel die Kette vom Zahnkranz. Simon Stiebjahn übernahm daraufhin die Spitzenposition und in der folgenden Downhill-Passage fiel die Vorentscheidung. Der Schwarzwälder holte einen Vorsprung heraus und machte sich auf den Weg zu seinem zweiten Sieg in einem Rennen der UCI-Marathon-Serie. "Ich habe dann niemanden mehr gesehen und durchgezogen", erklärte Stiebjahn. "Bis einen Tag vor dem Rennen habe ich mich nicht gut gefühlt, aber heute ging es ganz gut." Nach 4:19:29 Stunden überquerte Stiebjahn bei der 21. Auflage des französischen Marathon-Klassikers mit 7:23 Minuten Vorsprung auf Simon Schneller die Ziellinie. Der Teamkollege hatte sich zwischenzeitlich auch noch einen Defekt eingehandelt.

Zum Abschluss seiner persönlichen Saison hat Luca Schwarzbauer vom Lexware Mountainbike-Team in Münsingen die 23. Auflage der Alb-Gold Trophy gewonnen.

"Irgendwann war er

weg. Da bin ich

all-out gefahren."

Mountainbiker Schwarzbauer
Die Cross-Country-Saison ist für Schwarzbauer eigentlich schon beendet, aber wenn nahe der Heimat ein Marathon-Rennen stattfindet, warum sich dann nicht in den Sattel schwingen? Das Unternehmen auf der Schwäbischen Alb ging für Luca Schwarzbauer jedenfalls so aus, wie man es sich wünscht. Der 22-Jährige konnte die 88 Kilometer lange Distanz auf der Schwäbischen Alb 1:16 Minuten vor Ex-Marathon-Meister Markus Kaufmann (Meckenbeuren) und 2:54 Minuten vor dem Kirchzartener Vinzent Dorn gewinnen.

Schon früh hatte sich beim Klassiker auf der Alb ein Spitzentrio mit den drei Fahrern gebildet, die am Ende auch auf dem Podest stehen sollten. Markus Kaufmann, Vinzent Dorn und Luca Schwarzbauer drückten da allerdings noch nicht so sehr aufs Tempo und wurden von den Verfolgern wieder eingeholt. Schwarzbauer versuchte dann, kleine Nadelstiche zu setzen und "unrhythmisch" zu fahren, um Routinier Kaufmann "etwas wehzutun". Der ließ sich aber davon erst mal nicht beeindrucken. Stattdessen verursachte der Ziehharmonika-Effekt in der Spitzengruppe, dass sich Schwarzbauer und Kaufmann etwa nach 60 Kilometern absetzen konnten. Der Jüngere wollte mit seinem Ex-Teamkollegen Vinzent Dorn gemeinsame Sache machen, der auch für ihn gearbeitet hatte. Er überließ deshalb Markus Kaufmann die Tempoarbeit und hoffte darauf, dass Dorn nochmal den Anschluss schaffen würde. Doch dafür war Kaufmann zu stark. An zwei Anstiegen forcierte der Marathonspezialist zweimal und Schwarzbauer musste sich schon ziemlich strecken.

Fünf Kilometer vor dem Ziel konnte Schwarzbauer dann die entscheidende Lücke reißen. Ob es entscheidend war, dass sich bei Markus Kaufmann die Kurbel lockerte, lässt sich wohl nicht ermessen, am Ende hatte der Nürtinger jedenfalls nach 3:01:06 Stunden Fahrzeit 1:16 Minuten Vorsprung auf seinen Kontrahenten. "Das mit der Kurbel hat sicher auch eine Rolle gespielt, dass ich weggekommen bin. Aber vielleicht hätte es auch so gereicht. Irgendwann war er weg und ich bin all-out gefahren", erklärte Schwarzbauer.