Eine stolze Zahl

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 02. Oktober 2019

Regio-Fußball

Die Schiedsrichtervereinigung Offenburg feiert ihr hundertjähriges Bestehen.

OFFENBURG (BZ). Oft sind sie für die Zuschauer und Spieler die Buhmänner, doch ohne sie geht es nicht: die Unparteiischen auf dem Fußballplatz. Auf stolze hundert Jahre schaut dabei die Schiedsrichtervereinigung des Bezirks Offenburg zurück. Ein Grund zum Feiern. Ihr langjähriges Bestehen begehen die Schiedsrichter daher am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, in der Gemeindehalle in Ortenberg.

An besonderen Ereignissen ist die langjährige Geschichte nicht festzumachen, sondern sondern vielmehr an besonderen Persönlichkeiten. In Wort und Bild sowie in einer zeitlichen Tabelle werden ihre Verdienste in einer Chronik gewürdigt. Dabei ist klar, die wichtigste Arbeit findet in den Ortsgruppen statt. Diese befinden sich in Ettenheim, Lahr, Kinzigtal, Offenburg, Renchtal und Hanauerland.

Bewusst ist sich die Schiedsrichtervereinigung, dass es in den Gründerjahren eine Pionierarbeit geleistet werden musste. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ruhte ihre Arbeit gänzlich und im Anschluss musste in der Schiedsrichtervereinigung alles wieder neu aufgebaut werden. Ein teilweise beschwerlicher und langer Weg, bis die heutigen modernen Standards erreicht waren. Viele Aufgaben hat mittlerweile der Computer übernommen. So werden den Schiedsrichtern die Spielansetzungen per E-Mail übermittelt, von denen bestätigt, und letztlich über die Vereinscomputer nach Spielende abgewickelt. Doch stehen die Referees vor einem großen Problem: Der zunehmende Schiedsrichtermangel beherrscht die Diskussion. Die jährlichen Neuzugänge können in der Regel die Abgänge nicht mehr ausgleichen. Zudem hat sich das Freizeitverhalten der jungen Unparteiischen verändert, sie stehen nicht mehr ständig für Einsätze zu Verfügung. In der Chronik heißt es: "Sportlich waren die letzten Jahre überwiegend erfolgreich." So gelang dem 24-jährigen Nico Gallus aus Nordrach der Sprung auf die DFB-Liste, wo er als Schiedsrichter von der B-Junioren-Bundesliga in die A-Junioren-Bundesliga aufstieg. David Schmidt (29, Ortenberg) pfiff sich von der Verbandsliga in die Oberliga Baden-Württemberg hoch. Auch an der Basis tut sich einiges. Das Stichwort hierbei ist nach eigenen Angaben der sogenannte Masterplan Amateurfußball des Deutschen Fußball-Bundes. Hierbei wird besonders der Austausch mit den Vereinen verstärkt. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksvorsitzenden Heinz Schwab und seinem Team sei es gelungen, die Clubs für ein besseres Miteinander von Vereinen und Schiedsrichtern zu sensibilisieren. In verschiedenen Workshops und Sitzungen wurden Ideen der Vereine und des Bezirks gesammelt und ausgearbeitet. Dabei steht die Förderung von Fairness und Respekt im Vordergrund.

Erste leicht positive Zahlen gibt es bei der Schiedsrichtergewinnung zu vermelden, nach dem sie jahrelang rückläufig waren. Damit wird die Schiedsrichterbasis gestärkt, denn sie ist es, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz letztlich für einen reibungslosen Spielbetrieb sorgt.

Schiedsrichtervereinigung Offenburg im Jubiläumsjahr 2019: Bei der Jahreshauptversammlung im Juni wurden folgende Personen gewählt: Wilfried Pertschy (Bezirksschiedsrichterobmann), Thorsten Weber (Kasse, stellvertretender BSO), Dietmar Geisler ( Spieleinteiler Aktive), Dirk Schiller (Spieleinteiler Junioren), Michael Walther (Bezirkslehrwart), Najib Nasser ( Schriftführer /Presse), Reinhard Huber (Liga- und Nachwuchskader). Insgesamt sind es derzeit 218 aktive Schiedsrichter, 49 passive und elf Ehrenmitglieder.