Alte Sorgen an der Pfeife

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 02. Juli 2019

Bezirksliga Schwarzwald

Trotz eines kleinen Zuwachses im Bezirk gibt es noch immer viel zu wenig Fußballschiedsrichter.

FUSSBALL. Die Schiedsrichtervereinigung Schwarzwald besteht seit hundert Jahren. Sechs Wochen nach der großen Jubiläumsfeier in Bonndorf blickte Bezirks-Schiedsrichterobmann Guido Seelig bei der Jahrehauptversammlung in Pfohren zurück und voraus. 205 Schiedsrichter leiteten in der vergangenen Saison 4459 Spiele. 122 Unparteiische der Schiedsrichter-Vereinigung die die Gruppen Villingen, Donaueschingen, Neustadt und Bregtal umfasst, bestätigten Seelig für zwei weitere Jahre in seinem Amt.

Die Schiedsrichter-Vereinigung war 1919 in Villingen gegründet worden. "Unsere Mitgliederzahlen zeigen eine kontinuierlich, positive Entwicklung. Die Zahl der aktiven Schiedsrichter ist in der vergangenen Spielzeit gestiegen", freute sich Seelig. Aktuell sind in der Schiedsrichter-Vereinigung 205 Unparteiische, im Vorjahr waren es 197. In dieser Saison gab es elf Abmeldungen von aktiven Schiedsrichtern, im Vorjahr deren 14. Seelig stellte klar: "Mit der abgelaufenen Spielzeit können wir aus Sicht der Schiedsrichter sehr zufrieden sein. Ein harmonischer und störungsfreier Spielbetrieb liegt hinter uns." Schiedsrichter Jürgen Schätzle aus Schönwald schaffte als Nummer eins der Verbandsliga den Aufstieg in die Oberliga. Referee Sasa Matosevic vom FK Bratstvo Villingen stieg hingegen von der Verbandsliga in die Landesliga ab. Den Aufstieg in die Landesliga schafften Benedikt Fleig, Adnan Dracic und Silas Haselberger (alle Gruppe Villingen) sowie Samuel Kalmbach (Gruppe Neustadt) und Philipp Eschle (Gruppe Bregtal). Der scheidende Bezirkslehrwart Jonas Hirt betonte in seinem Bericht, dass es noch immer einen Schiedsrichtermangel gebe. "Es fehlen Schiedsrichter, auch wenn wir in der abgelaufenen Saison deren 14 ausbilden konnten." Viele der neuen Schiedsrichter seien unter 18 Jahre alt, spielen häufig selbst Fußball und sind in der Regel nur an Sonntagen einsatzfähig. "Wir wollen nicht, dass unsere U-18-Schiedsrichter aufhören, Fußball zu spielen", so Hirt. "Wir wünschen uns eine Entzerrung der Jugendspieltage."

Mit viel Wohlwollen vernahm die Versammlung die Ankündigung von Verbands-Schiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher, die Spesensätze für die Spielleitungen mit Beginn der neuen Saison "um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen". In der abgelaufenen Saison erhielt ein Referee für die Spielleitung in der Landesliga noch 40 Euro, in der Bezirksliga 30 Euro und in der Kreisliga 25 Euro. Guido Seelig wurde als Bezirks-Schiedsrichterobmann wiedergewählt. Er signalisierte aber, dieses Amt nur noch für den gewählten Zeitraum von zwei Jahren ausüben zu wollen, "danach ist für mich nach zwölf Jahren Schluss". Bezirkslehrwart Jonas Hirt hat es beruflich nach Lörrach verschlagen. Zu seinem Nachfolger wurde Sven Pacher aus Brigachtal gewählt.