"Alles andere ist schlechter Stil"

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Von sgm

Mo, 15. Juli 2019

Jugendfußball

Lob und Tadel beim Jugendbezirkstag der Fußballer in Dogern / Leidiges Thema Spielverlegungen und Mannschaftsabmeldungen.

JUGENDFUSSBALL (sgm). Die Welt im Nachwuchsfußball des Bezirks Hochrhein könnte so schön sein, wäre da nicht das eine oder andere tiefgreifende Problem. Gravierend ist die Tatsache, dass die Zahl der Mannschaften weiter abnimmt. Allein seit 2017 schrumpfte der Spielbetrieb um 40 Mannschaften. "Dazu kommt das leidige Thema der abgemeldeten Mannschaften", runzelte Bezirksjugendwart Harald Fengler (Albbruck) bei der Tagung der Jugendleiter in Dogern die Stirn: "Allein zwei Bezirksligisten bei den B-Junioren schieden vorzeitig aus."

Lob und Tadel verteilte er in seinem Tätigkeitsbericht paritätisch. Für viel Freude habe der FC Wittlingen gesorgt. Die Pokalendspiele seien trotz größter Hitze hervorragend organisiert gewesen, betonte Fengler. Auf sportlicher Ebene ragten die A-Junioren des FV Lörrach-Brombach (Oberliga-Verbleib) und die C-Junioren der SG Tiengen (Verbandsliga-Aufstieg) heraus.

Weniger begeistert war Fengler, dass vom Südbadischen Fußballverband (SBFV) angebotene Lehrgänge dürftig besucht sind: "Nur drei neue Jugendleiter waren vertreten. Bei den Fortgeschrittenen glänzte der Bezirk sogar mit Abwesenheit." Um Rücksichtnahme auf das Privatleben der Bezirksfunktionäre bat Fengler eindrücklich: "Nachts um halb zwei kommt ein Antrag auf Mannschafts-Ummeldung. Künftig werden nur noch Mails ans offizielle SBFV-Postfach beantwortet." Die Kommunikation mit ihm und den Staffelleitern führe einzig der Jugendleiter, dem der Verein die Kennung fürs SBFV-Postfach geben solle: "Und nicht Trainer oder gar Eltern."

Weiteres leidiges Thema: Spielverlegungen. "Spätestens vier Tage vor dem angesetzten Termin muss der Antrag online beim Staffelleiter sein", betonte Fengler, dass "sechs Verletzte kein Grund für eine Verlegung seien." Schlechten Stil unterstellt er Vereinen, die "lieber am grünen Tisch gewinnen, als auf dem Sportplatz". Anfragen auf Verlegung würden ignoriert. Kann der anfragende Verein dann nicht spielen, bekommt der Gegner die Punkte per Urteil. Zumindest eine Antwort sei man schuldig. "Alles andere ist schlechter Stil."

An die Vertreter der 94 Vereine – vier Clubs fehlten – wurde appelliert, sich Gedanken zu machen, wie der Spielbetrieb langfristig aufrecht erhalten werden soll. Erste Ansätze für den Kinderfußball hatte SBFV-Sportchef André Malinowski, 45, aus Freiburg mitgebracht. In einem kurzen Referat stellte er das Konzept des Verbands vor: "Wir wollen Ihnen Anregungen geben und keine Anleitungen." An ausgewählten Spieltagen der kleinsten Kicker sollen die Ideen durch Verbandstrainer vorgestellt werden. "Wir orientieren uns mit unseren Konzepten am belgischen Verband, der große Erfolge erzielt hat", so Malinowski.

Dank der verkleinerten Spielerzahl, kürzerer Spielzeit und neuen Spielformen – ein, zwei oder drei Spieler, mit und ohne Torhüter, spielen auf große oder zwei Mini-Tore – würden künftig alle Kinder ihre Spielzeiten bekommen: "Kleine Kinder haben ihren Spieltrieb, den müssen wir bei der Ausbildung fördern." Schwächere Kinder kämen "in kleineren Teams viel besser zum Zug. Dann haben auch sie ihre Erfolgserlebnisse, die sie an den Fußball binden", führte Malinowski aus.

Eine Ehrenurkunde für ihre Verdienste ging an die Jugendleiterin des FC Zell, Inge Graß. Ein Fairplay-Preis wurde Bosporus FC Friedlingen als Monatssieger März überreicht: Die C-Junioren hatten gegen den FC Hauingen lediglich acht Spieler eingesetzt, weil der Gast nur mit einer dezimierten Mannschaft antreten konnte.

Jugendausschuss (bis 20021 gewählt): Harald Fengler (Jugendwart), Werner Bolte (Sportrichter), Patrick Da Rugna, Andreas Kornprobst, Armin Schauer, Dirk Schäuble, David Silfang, Fritz Trefzger, Harald Vetter (alle Staffelleiter), Michael Winzer, Thomas Schmitt (beide Schulfußballbeauftragte). Bezirkstag 2020: Laufenburg.