Jenseits des Fußballfelds

Christian Streich: "Hinschauen und sich bekennen"

René Kübler, Michael Dörfler

Von René Kübler & Michael Dörfler

Sa, 13. Oktober 2018 um 09:33 Uhr

SC Freiburg

BZ-Plus Neokapitalismus und antidemokratische Kräfte: Ein Interview mit SC-Freiburg-Trainer Christian Streich, der weiterhin keine Scheu hat, Probleme im Fußball und der Gesellschaft offen anzusprechen.

Manchmal, findet Christian Streich, hätte er sich besser anders ausgedrückt. Schweigen ist für den Trainer des SC Freiburg aber keine Option. Dass er weiterhin viel zu sagen hat, wird im Gespräch deutlich, das René Kübler und Michael Dörfler mit Streich geführt haben.

BZ: Herr Streich, ergibt es überhaupt noch Sinn, mit Ihnen ein Interview zu führen?

Streich: Warum?

BZ: Von Ihnen war kürzlich der Satz zu lesen: Alles ist gesagt. Deswegen hätten Sie keine Lust, weitere Interviews zu geben.

Streich: Ich bin zu vielen Dingen schon sehr oft befragt worden. Die Menschen – und auch ich – sollen nicht das Gefühl bekommen: Der erzählt immer das Gleiche. Ich will mich nicht selbst langweilen. Und noch schlimmer wäre es, andere zu langweilen. Deswegen stellt sich schon die Frage: Was ist da noch? Ich bin ja nicht zurückhaltend bei dem, was ich auch von mir persönlich preisgebe.

BZ: Wer sonst äußert sich zu gesellschaftspolitischen Prozessen? Der Profifußball könnte eine mächtige Stimme haben – man hört aber nichts. Wieso?

Streich: Zunächst geht es um Interesse. Wohlgemerkt um Interesse, nicht um Intelligenz. Man sollte nur über Dinge reden, für die man sich interessiert, über Themen, bei denen man sich nicht völlig fremd fühlt. Möglicherweise fürchtet sich der eine oder andere auch vor einer Retourkutsche. Dass die Leute sagen: "Jetzt hat er zweimal verloren, erzählt aber die großen Geschichten über Gesellschaftspolitik. Der kümmert sich um alles andere, aber nicht um seine Mannschaft." Das hat sicher damit zu tun, dass wir Trainer Woche für Woche beobachtet und beurteilt werden. Und wenn man mal verliert, dann ist ...

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