Langzeit-Vereinschef

Das neue SC-Stadion wird an der Achim-Stocker-Straße liegen

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 11. November 2019 um 16:04 Uhr

Freiburg

Die Straße, die um das neue Stadion des SC Freiburg herumführt, wird nach dem Mann benannt, der 37 Jahre an der Spitze des Clubs stand. Die Entscheidung dafür wird am Dienstag im Gemeinderat fallen.

An Allerheiligen hat sich zum zehnten Mal der Todestag des langjährigen SC-Vorsitzenden Achim Stocker gejährt. Wenige Tage davor beim Pokalspiel gegen Union Berlin im Schwarzwaldstadion hatten die Fans auf der Nordtribüne mit einer beeindruckenden Choreographie an Stocker erinnert. "Für immer in unseren Herzen", stand da unter dem Bild des Langzeit-Vereinschefs zu lesen – umrahmt von den Wappen des SC und der Stadt Freiburg. Nun ehrt auch die Stadt den langjährigen SC-Chef: Die Straße, die das neue Stadion umschließen wird, soll "Achim-Stocker-Straße" heißen.

Der Gemeinderat wird in der Sitzung am Dienstag über die Namensbenennung entscheiden. Die Zustimmung zum Vorschlag der Stadtverwaltung gilt als Formsache. Die Planstraßen Nord und West – so die aktuelle Bezeichnung - führen von zwei Seiten um die neue Arena herum.

Unter seiner Führung stieg der SC erstmals in die Fußballbundesliga auf

Hannelore Stocker, die Witwe des früheren SC-Vorsitzenden, hat der Benennung der Straße zugestimmt. Auch der SC Freiburg unterstützt den Vorschlag der Rathausspitze: Achim Stocker habe den SC als Vorsitzender 37 Jahre lang wie kein Zweiter geprägt, sagt Vorstand Oliver Leki: "Der SC Freiburg würde sich daher sehr freuen, wenn der Freiburger Gemeinderat dem Namensvorschlag folgen würde und das neue Stadion sowie die Geschäftsstelle des Sport-Clubs damit künftig in der Achim-Stocker-Straße beheimatet wäre."
Fotos aus dem Archiv: Für den verstorbenen SC-Präsidenten Achim Stocker haben die Fans vor dem Spiel gegen Werder Bremen eine Choreografie auf die Beine gestellt, wie sie das Freiburger Stadion noch nicht gesehen hat. (2009)

Stocker ist 1935 in Konstanz geboren worden und hatte in den 1950er-Jahren Jura an der Universität Freiburg studiert. Er war bis zu seiner Pensionierung als Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion Freiburg tätig. Von 1972 an war er bis zu seinem Tod 2009 Vorsitzender des SC Freiburg. Unter seiner Vereinsführung stieg der SC 1993 erstmals in die Fußballbundesliga auf. Im Jahr 2000 wurde mit Stockers Unterstützung die Freiburger Fußballschule im Mösle eröffnet. 2004 wurde die Achim-Stocker-Stiftung gegründet, welche die Nachwuchsarbeit an der Fußballschule fördert.

Die Spiele seines SC verfolgte Stocker über Videotext am Fernseher

Achim Stocker war im Verein und bei den Fans hoch angesehen – und bekannt für seine liebenswert-knorrige Art. Legendär sind sein sparsamer Umgang mit den Vereinsfinanzen und seine Eigenart, dass er – weil ihm die Aufregung zu sehr zusetzte – Spiele nicht live im Stadion ansehen konnte. Deswegen verfolgte er die Matches seines geliebten SC über Videotext am Fernseher – oder er führte in der Zeit seinen Hund Tommie aus.

Einen anderen Namen bekommt auch die Planstraße Ost. Diese verläuft vier- bis fünfspurig nördlich des Stadions und verbindet die Granadaallee (Westumfahrung) mit der Madisonallee bei der Messe. Als Namensgeber wird eine weitere Partnerstadt fungieren: Die Planstraße soll den Namen der südkoreanischen Millionenstadt Suwon tragen. Suwon und Freiburg sind seit 2015 verschwistert.



Mehr zum Thema: