Glückliche Gäste

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

So, 01. September 2019

SC Freiburg

Der Sonntag Der SC Freiburg verliert das Heimspiel gegen Köln in der Nachspielzeit 1:2 .

Ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld, ein entschlossenes Solo, da war es passiert. Ellyes Skhiri bescherte dem 1. FC Köln einen etwas glücklichen Sieg, der SC Freiburg musste gestern mit einem 1:2 die erste Saisonniederlage hinnehmen.

Nicolas Höfler wird die Szene gestern Abend noch ein paarmal durch den Kopf gegangen sein. Ohne große Not verlor er den Ball nach einem Moment der Nachlässigkeit gegen den aufmerksam Skhiri, setzte zwar gleich nach, blieb gegen den energisch und gradlinig Richtung Freiburger Strafraum enteilenden Kölner aber zweiter Sieger. Der nutzte seine Chance mit einem Linksschuss ins kurze Eck eiskalt. Und die Rheinländer hatten eine Partie mit recht gleichmäßig verteilten Spielanteilen am Ende noch für sich entschieden.

Wie allgemein erwartet, waren die beiden Kontrahenten die Partie angegangen: Jeweils in der 4-4-2-Startformation traten die beiden Mannschaften an, die Kölner mit den Spitzen Anthony Modeste und Loius Schaub, die Freiburger mit dem in Paderborn eingewechselten Kwon. Gleich in der Startminute hatte Kölns Schlussmann Timo Horn im Luftkampf gegen Kwon zu klären und erneut gehörte Kwon in Durchgang eins zu den Aktivposten der Freiburger, der mehrfach Gefahr initiierte, wenn er das Tempo anzog.

Ansonsten waren es – erwartungsgemäß für jene, die die Teams in den letzten Partien beobachtet hatten, zwei aus der Defensive immer wieder nach vorne stoßende Außen, die Akzente in einer in der ersten Hälfte insgesamt ausgeglichenen Partie setzten. Auf Kölner Seite Ehizibue und auf Freiburger Seite einmal mehr Christian Günter.

Der Tennenbronner war es dann auch, der in der 40. Minute die Freiburger Führung einleitete: Günters Flanke wurde vom Kölner Innenverteidiger Rafael Czichos unglücklich und für seinen Torhüter Horn unhaltbar abgefälscht. Besonders unglücklich für den Gast dabei: Unmittelbar zuvor hatte Kingsley Schindler mit einem Lupfer aus kurzer Distanz die Rheinländer in Führung geschossen, dem Treffer war jedoch nach einer Überprüfung durch den Videoassistenten Christian Dingert die Anerkennung verwehrt worden. Dominick Drexler war bei seiner Balleroberung gegen Robin Koch, die den über Schaub zu Schindler führenden Spielzug eingeleitet hatte, dem Freiburger auf den Fuß gestanden.

Der Wiederanpfiff bedeutete das Comeback für den genesenen Janik Haberer. Christian Streich hatte ihn für den Südkoreaner Kwon gebracht, dem er körperlich wohl noch nicht die volle Distanz zutraute. Bei den Gästen war derweil Jorge Meré für Ehizibue, der zwischenzeitlich über Schwindelgefühle geklagt hatte, gekommen. Nach einer Flanke von Skhiri besorgte Anthony Modeste mit einem sehenswerten Kopfball, der noch die Unterkante der Latte streifte, den Ausgleich. Auch sonst waren die Kölner in der ersten Hälfte des zweiten Durchgangs das auffälligere Team, einem Flugkopfball von Drexler, einem knapp das Tor von Alexander Schwolow verfehlenden Schuss von Meré und weiteren Gästechancen stand auf Freiburger Seite nur ein in der Kölner Mauer hängen gebliebener Freistoß von Luca Waldschmidt entgegen. Gegen Spielende konnte das Team von Christian Streich sich wieder mehr ins Geschehen zurückbringen, Petersen und Waldschmidt kam zu Abschlüssen und der eingewechselte Roland Sallai zwang Timo Horn mit einem Dropkick zu einer Glanzparade. Kurz vor Höflers Fehler hatte dann aber noch der eingewechselte Simon Terodde den Ball aus Kurzdistanz nicht über die Linie gebracht, auch dies hätte schon die Niederlage für die Freiburger bedeuten können.

Kölns Trainer Achim Beierlorzer gab sich hinterher überglücklich über den Sieg. Für Beierlorzer lag der Schlüssel für den Erfolg darin, dass er im zweiten Spielabschnitt drei Stürmer auf den Platz gebracht hatte. "Das brachte uns mehr Ballbesitz und hinten weniger Gefahr wie noch in der ersten Hälfte bei den Angriffen über Günter." SC-Trainer Streich bemängelte zu viele Ballverluste, zudem habe diesmal eben das Glück gefehlt, das der SC zuletzt hatte.


SC Freiburg
: Schwolow - Schmid, Lienhart, N. Schlotterbeck, Günter - Kwon (46. Haberer), R. Koch, Höfler, Borrello (60. Höler) - L. Waldschmidt (79. Sallai), Petersen

1. FC Köln: T. Horn - Ehizibue (46. Mere), Bornauw, Czichos, Hector - Schaub (84. F. Kainz), Skhiri, Verstraete, Drexler - Modeste, K. Schindler (77. Terodde)
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz) - Zuschauer: 24 000 (ausverkauft) Tore: 1:0 Czichos (40./Eigentor), 1:1 Modeste (52.), 1:2 Skhiri (90.+2) Gelbe Karten: - / Hector (1), Mere (2)