Studierendenwerk Freiburg

Das Projekt "Wohnen für Hilfe" ist jetzt auch für Nicht-Studierende offen

Lisa Petrich

Von Lisa Petrich

Fr, 20. September 2019 um 08:17 Uhr

Freiburg

Seit 2002 vermittelt das Studierendenwerk Freiburg Wohnpatenschaften zwischen Studierenden und Senioren. Nun wird das Projekt auf Azubis und Berufsanfänger ausgeweitet.

Das Studierendenwerk vermittelt bereits seit 2002 generationenübergreifende Wohnpartnerschaften. Senioren lassen Studierende für eine geringe Miete bei sich wohnen, im Gegenzug erhalten sie Hilfe im Alltag. Nun sollen auch Azubis, Berufsanfänger und generell Alleinstehende mitmachen. Die Stadtverwaltung finanziert die Hälfte einer Personalstelle, die solche Wohnpartnerschaften fördern soll.

Hilfe beim Einkaufen, Gartenpflegen, Müllentsorgen oder einfach nur Gemeinschaft: Viele ältere Menschen oder Familien sind froh, wenn sie dabei Unterstützung erhalten. Wer noch ein Zimmer frei hat, kann dies ab sofort auch an Nicht-Studierende vermieten. Die bisherige Teilzeitstelle im Studierendenwerk Freiburg (SWFR) wird in eine Vollzeitstelle umgewandelt, ermöglicht durch einen städtischen Zuschuss von 40.500 Euro pro Jahr. "Die Nachfrage von Vermietern ist ganzjährig sehr hoch", sagt Nicole Krauße vom SWFR.

Schräglage soll behoben werden

Da die infrage kommenden Mieter bislang Studierende waren, hat sich die Nachfrage auf den Semesterbeginn im Oktober konzentriert. Dadurch konnten Vermieteranfragen zu einem anderen Zeitpunkt nicht erfüllt werden. Diese Schräglage soll nun behoben werden – indem das Studierendenwerk auch Nicht-Studierende berücksichtigt.

Durch "Wohnen für Hilfe" konnten seit 2002 durchschnittlich 56 neue Wohnpartnerschaften im Jahr vermittelt werden. 60 Wohnpartnerschaften pro Jahr, von denen manche sehr viel länger halten, entsprächen laut SWFR einem Studierendenwohnheim, das dann nicht gebaut werden müsste. Mithilfe der städtischen Unterstützung hoffen die Organisatoren jetzt auf einen deutlichen Anstieg der Wohnpartnerschaften. Dadurch können ältere Menschen, die Hilfe im Alltag benötigen oder sich in einer großen Wohnung mehr Gesellschaft und Sicherheit wünschen, dort wohnen bleiben und Studierende, Azubis oder Berufsanfänger finden günstigen Wohnraum.

Pflegerische Tätigkeiten sind grundsätzlich ausgeschlossen

So entstehe eine "Win-Win-Partnerschaft", sagt Renate Heyberger vom Studierendenwerk Freiburg. Dabei dürfe allerdings kein arbeitsähnliches Verhältnis entstehen, pflegerische Tätigkeiten seien grundsätzlich ausgeschlossen. Die zusätzlichen Aufgaben, welche die Mieter erfüllen sollen, müssten in einer Vereinbarung über freiwillige Leistung abgeklärt werden.

Stephan Konrad, Geschäftsführer des Eigentümerverbands "Haus und Grund" ist an diesem Projekt sehr interessiert. "Es gibt garantiert Vermieter, für die das Projekt sehr ansprechend ist. Zwar werden das nicht besonders viele sein, aber trotzdem kann der Wohnungsmarkt ein bisschen befriedigt werden", sagte Konrad auf Nachfrage der BZ. Für einige Vermieter sei "Wohnen für Hilfe" seiner Ansicht nach ein "Volltreffer-Projekt". Der Austausch mit dem SWFR sei bereits geplant.
Interessierte Vermieter und Mieter können sich direkt bei Nicole Krauße im Studierendenwerk melden. Sie ist erreichbar unter Tel. 0761/2101-353 oder per Mail über krausse@swfr.de. Weitere Infos unter www.wohnpartnerschaften.de