Altenpflegeschule Friedenweiler

Start zu gemeinsamer Ausbildung

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Mi, 15. Januar 2020 um 16:54 Uhr

Friedenweiler

Gut vorbereitet: Schon im April will sich die Altenpflegeschule Friedenweiler auch für Krankenpfleger öffnen.

Kranken- und Altenpflegeschulen stehen vor einer großen Herausforderung. Denn seit Jahresbeginn gibt es die Ausbildungsreform, die vorsieht, dass Krankenpfleger und Altenpfleger gemeinsam ausgebildet werden müssen. In der Altenpflegeschule in Friedenweiler ist man bereits so weit, dass von April an auch Krankenpfleger ausgebildet werden können.

Die Schule befindet sich zwar neben dem Altenpflegeheim von pro seniore und gehört ebenfalls zur Unternehmensgruppe Victors, ist aber ein eigenständiger Bereich und wird jetzt internationale Fachschule für Pflegeberufe, wie Schulleiterin Alexandra Gayart gegenüber der Badischen Zeitung erläuterte. Im Moment lernen dort etwa 80 Schüler den Beruf des Altenpflegers oder des Altenpflegehelfers. Der Anteil der Männer liegt bei rund 50 Prozent. Auch zwei Studiengänge werden seit 2017 dort angeboten. Aktuell sind es acht Personen, die dort ausbildungsbegleitend studieren.

Jetzt sollen zusätzlich von April an auch Krankenpfleger ihre Ausbildung dort machen können. Dafür haben sich auch schon genügend Auszubildende beworben, erklärt Alexandra Gayart. Kooperationen gibt es mit den Altenpflegeheimen St. Raphael in Neustadt, und den Heimen in Löffingen und Lenzkirch.

Die Schüler kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus vielen verschiedenen Ländern. Derzeit hat man auch etliche Schüler aus Kamerun. Dabei handelt es sich aber nicht um Flüchtlinge, sondern um hochqualifierte Menschen mit Abitur, die zuvor auch entsprechende Deutschkenntnisse erwerben müssen. Damit habe man in der Schule eine gemischte Truppe, die die Arbeit spannend und auch interessant machen, sagt Alexandra Gayart.

Am 1. April will man jetzt mit der Generalschule starten. Die Ausbildungspläne für die nächsten drei Jahre sind bereits erstellt und auch inhaltlich sei alles fertig. "Jetzt freuen wird uns auf den Start der Ausbildungsreform", sagt Gayart.

Das Expertenteam im Kollegium mit Krankenschwestern und Fachpädagogen, die Unterricht qualifiziert leisten können, habe man bereits seit zwei bis drei Jahren. Das Unternehmen investiere auch stetig in die Weiterbildung von Lehrkräften. Derzeit habe man in der Schule zehn Festangestellte, dazu kommen rund 35 Honorardozenten. Damit könne man gut arbeiten, brauche aber auch noch Dozenten von außen erklärt Alexandra Gayart.

Außerdem ist man dabei, inhaltliche Kooperationen zu erarbeiten, so dass man nicht mehr nur als reine Schule arbeite, sondern auch als Dienstleister für Pflegeheime und Unternehmen in der Region. Dabei wolle man alles anbieten, was die Einrichtungen selbst nicht leisten können. Neben der Praxisausbildung sind auch Kooperationen mit Krankenhäusern, Psychiatrien, Pädiatrien und Pflegeheimen vorgesehen, um ein Komplettpaket anbieten zu können. "Wir wollen uns auf dem Ausbildungsmarkt so positionieren, dass wir bekannt werden und dass Einrichtungen bei uns nachfragen, wenn sie etwas wissen wollen" sagt Gayart. Also weg von der reinen Schule zum Dienstleiter. Um den fachpraktischen Teil der neuen Ausbildung anzupassen, müsse sich auch räumlich in der Schule noch einiges ändern. Da werde sich in Zukunft noch viel tun, ist sich Gayart sicher.

Im vergangenen Oktober haben 35 neue Schüler ihre Ausbildung begonnen, nach Einschätzung der Schulleiterin fast schon zu viele. Mit dem neuen Konzept sei künftig die Ausbildung in den ersten zwei Jahren die gleiche, im dritten Lehrjahr können dann die Schüler entscheiden, ob sie in die Altenpflege oder Generalistik wollen. Parallel müssen aber auch die bisherigen Schüler noch nach dem bisherigen Konzept unterrichtet werden.

Neben der Schule selbst gibt es auch noch einen Internatsbereich, den die Schüler von weiter weg vom Unternehmen gestellt bekommen. Für das Internat gibt es auch eine sozialpädagogische Betreuung.

Ganz so weit wie in Friedenweiler ist man in der Krankenpflegeschule der Helios Klinik in Titisee-Neustadt noch nicht. Dort ist der Start der neuen Ausbildung erst für Oktober geplant, wie Leiterin Bettina Duri erklärt.