Statt in den Fundus wandert Corpus an eine Hauswand

Annka Mickel

Von Annka Mickel

Sa, 20. Juli 2019

Herrischried

Jetzt erinnert ein Holzcorpus Jesu am Haus Schellenbergstraße 3 in Großherrischwand an die besondere Geschichte des Standorts.

HERRISCHRIED. Bereits im Mai erhielt die katholische Kirchengemeinde St. Wendelinus Hotzenwald eine Schenkung. Das Corpus stammt aus dem Nachlass einer Rickenbacherin, hing jedoch früher am Eschbachhof (heute Hof Berg-garten), ebenfalls in Großherrischwand. Zunächst wurde er eingelagert.

Helmut Eckert, Bindeglied zwischen Kirchengemeinde und Kultur als Vorsitzender des Fördervereins Klausenhof, wurde angefragt, ob nicht der Klausenhof ein geeigneter Ort wäre für dieses Corpus. Aber dort gab es bereits am Südgiebel ein Kruzifix. Also wanderte das Corpus in den dortigen Fundus. Oder eben nicht ganz – denn auf dem Weg dorthin begegnete Helmut Eckert Franz Landis, der direkt oberhalb des Klausenhofes wohnt: "Franz, i hab a Kryz für di!" Am Ende dieser Begegnung zwischen Eckert und Landis ist es ausgemacht: Das Corpus erhält einen würdigen Platz am Haus Schellenbergstraße 3.

Für Franz Landis erfüllt sich damit endlich ein seit 30 Jahren gehegter Wunsch. In dem von seiner Familie bewohnten Haus beziehungsweise an gleicher Hofstelle lebten einst drei fromme Damen der Familie Siebold: Maria Siebold (*1890), Anna Siebold (*1894) und Berta Siebold (*1896). Unter Pfarrer Nikolaus Rombach, der im Jahr 1925 das Kirchspiel übernahm, betreuten diese über viele Jahrzehnte die Schellenberger Kapelle als Messmerinnen.

Sie richteten den Altar her, sorgten für die Blumenarrangements, versorgten die Kerzen, hielten die Kapelle rein. Mit zunehmendem Alter wurde die Arbeit aber immer beschwerlicher. Hilfe erhielten sie von der jungen Josefine Landis, Franz Landis späterer Frau und geborene Siebold. Von 1956 bis 1986 haben beide dann 30 Jahre lang gemeinsam die Kapelle betreut.

Corpus ist der Dank für die Arbeit

Als Erinnerung und Dank an diese Arbeit hängt nun das Corpus am Haus Schellenberg Nr.3. Fast also am Klausenhof und weithin sichtbar für alle Vorbeikommenden, die dadurch "im Glauben reifen mögen", wie es Susi Schubert, Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck, in ihrer Segnung kürzlich formulierte.

Mit einem Vaterunser nahm die Familie Landis im Beisein von Ortsvorsteher Klaus Baumgartner und dem Initiator Helmut Eckert das Corpus am Haus auf. Das Kreuz wird noch entsprechend hergerichtet.