Kampf gegen Starkregen und Sturzfluten

Staufen hat den Hochwasserschutz im Blick

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Do, 29. Juli 2021 um 16:39 Uhr

Staufen

Die Stadt Staufen gehört zu den Vorreitern beim Kampf gegen Starkregen und Sturzfluten. Das Thema hat jetzt wieder den Gemeinderat beschäftigt.

Durch die aktuellen Katastrophen in Rheinland-Pfalz und NRW sensibilisiert, fragen sich Verantwortliche landauf landab, wie es vor der eigenen Haustür mit dem Hochwasserschutz aussieht. In Staufen ist man in dieser Frage schon recht weit, wie die jüngste Gemeinderatssitzung zeigte.

Bürgermeister Michael Benitz und Tiefbauamtsleiter Peter Schalk stellten klar, dass man unterschieden müsse zwischen Gefahren durch Fließgewässer und durch Starkregen. Bei Fließgewässern gehe das größte Zerstörungspotenzial vom Neumagen aus, der gerade im Januar ein 15-jährliches Hochwasser geführt habe. Auf 300 Metern drohe im Bereich der Altstadt Gefahr, wenn Dauerregen und starke Schneeschmelze das sonst beschauliche Flüsschen zum reißenden Strom machen.

Seit 2016 arbeite man aber zusammen mit dem Land daran, auch für ein 100-jährliches Hochwasser gerüstet zu sein. Der aus seither umfangreichen Untersuchungen resultierende Plan zum Bau einer neuen Ufermauer soll bis Ende 2021 durch Einreichen des wasserrechtlichen Antrags beim Landratsamt auf den Weg der konkreten Umsetzung gebracht werden. Kompliziert sei es insbesondere durch die Forderungen des Denkmalschutzes bezüglich der historischen Ufermauer geworden sowie der Tatsache, dass große Teile des neuen Hochwasserschutzbauwerks auf privatem Gelände von Anliegern errichtet werden müssen.

In Sachen Starkregen habe Staufen als erste Kommune im Regierungsbezirk den Leitfaden des Landes ernst genommen und bereits 2018/19 ein Starkregenrisikomanagement für die Ortsteile Grunern und Wettelbrunn vorgenommen. Auf den dabei entstandenen digitalen Karten könne jeder Bürger die Überflutungsgefahren für sein Grundstück direkt über die Homepage der Stadt einsehen und entsprechend Vorsorge treffen.

Eigenverantwortung gefragt
Diese Vorsorge ist sogar gesetzlich Pflicht jedes einzelnen Bürgers, wie Benitz und Schalk mehrfach betonten. Öffentliche Kanäle seien grundsätzlich nur für Regenereignisse ausgelegt, wie sie alle fünf bis zehn Jahre vorkommen. Mehr sei technisch auch gar nicht möglich. Der Schutz vor überfluteten Kellern, wie sie in jüngster Zeit angesichts der vielen starken Regenfälle auch in Staufen verstärkt beobachtet wurden, obliege vor allem den Grundstückseignern selbst, die sich stärker über Rückstaueinrichtungen informieren und diese besser warten müssten.

So soll es weitergehen
Armin Gysler (FWV) regte an, ein aktives Hochwasserkonzept mit Rückhaltebecken und Renaturierung von Bächen zu erstellen und abzuarbeiten. An dem Thema werde als "Work in progress" ständig weitergearbeitet meinte Bürgermeister Benitz, weshalb man in den Haushalt 2022 Mittel für das Starkregenrisikomanagement der Kernstadt einstellen wolle und anschließend konkrete Maßnahmen für die Gesamtstadt priorisieren könne.

Dann könne man auch über einen Ende Juni von den Grünen eingereichten Antrag diskutieren und abgleichen, inwieweit die darin enthaltenen Anliegen bereits in Arbeit oder abgehakt seien.

Infos der Stadt zu Maßnahmen gegen Hochwasser und Links zu den Karten des Starkregenrisikomanagements gibt es unter mehr.bz/hochwasserstaufen