Aufarbeitung abgeschlossen

Das sind die 5 schwersten Versäumnisse im Staufener Missbrauchsfall

Karl-Heinz Fesenmeier

Von Karl-Heinz Fesenmeier

Do, 06. September 2018 um 21:27 Uhr

Südwest

BZ-Plus Die Untersuchungskommission ist auf vieles gestoßen, was bei den Behörden nicht gut lief. Im Fokus stehen vor allem Versäumnisse bei den beiden Gerichtsentscheidungen – aber auch die Kommunikation klappte nicht.

Der Abschlussbericht zum Missbrauchsfall in Staufen ist einmalig in seiner Art. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe, das Amtsgericht Freiburg und das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald haben alle verfügbaren Akten dazu ausgewertet. "Sehen Sie das auch als Ausdruck von Selbstkritik an", sagte Alexander Riedel, Präsident des OLG, bei der Pressekonferenz in Freiburg. Der Abschlussbericht widmet sich den Versäumnissen der Behörden, verzichtet aber auf personalisierte Schuldzuweisungen und gegenseitige Schuldvorwürfe zwischen den beteiligten Behörden. Indes macht er eine Reihe von Vorschlägen für strukturelle Verbesserungen. Riedel: "Ein solcher Fall darf sich nicht wiederholen."


Versäumnis 1: Kein Verfahrensbeistand für das Kind
Bei der Anhörung des Familiengerichts Freiburg am 6. April 2017 war das Kind nicht mit einer eigenen Rechtsposition vertreten. Im Abschlussbericht heißt es lapidar: "Für das Kind wird kein Verfahrensbeistand bestellt, es wird nicht angehört." Und das, obwohl es ja vor allem um das Kind und seine mögliche Gefährdung durch den vorbestraften und einschlägig bekannten Sexualstraftäter Christian L. ging. Dieser hatte nämlich seit mehr als einem Jahr eine Beziehung zur Mutter des Kindes. Das Gericht hat der Mutter vier Weisungen erteilt: L. darf die Wohnung nicht betreten und es darf keine gemeinsamen Freizeitaktivitäten ...

BZ-Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ