Sparsamkeit als Tugend

Victor Adolf

Von Victor Adolf

Mo, 13. Mai 2019

Staufen

Finanzministerin Edith Sitzmann zu Gast im Stubenhaus Staufen.

STAUFEN. Hoher Besuch hatte sich am vergangenen Donnerstagabend in Staufen angekündigt. Mit Edith Sitzmann war die amtierende Finanzministerin des Landes zu Gast im Stubenhaus, um unter dem Motto "Das neue Baden-Württemberg" darüber zu berichten, was sich seit dem Regierungsantritt der Grünen im Jahr 2011 getan hat und darüber hinaus mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Vor allem auf das Thema Bildungspolitik wurde dabei ausführlich eingegangen. Wie Sitzmann erklärte, sollen die Mittel für Kindergärten vom Land bis 2021 verdoppelt werden. Dabei sei allerdings zu beachten, dass es nicht damit getan ist, möglichst viele neue Kita-Plätze zu schaffen, sondern auch um die Ausbildung der dafür benötigten Erziehungskräfte müsse sich intensiv gekümmert werden. "Darüber hinaus ist es wichtig, dass wir weiterhin in die Digitalisierung der Schulen investieren, denn nur so können wir garantieren, dass die nächste Generation mit der Zeit geht und im internationalen Vergleich konkurrenzfähig bleibt", sagte Sitzmann. Zudem habe man die Wohnraummittelförderung auf 250 Millionen pro Jahr erhöht und es entständen seither mehr neue Wohnungen als im Gegenzug wegfielen.

Damit sei laut Sitzmann nach langer Zeit "eine erfreuliche Trendwende erreicht", wobei nichtsdestotrotz weitere Aktivitäten geplant seien, um eine Verbesserung der Wohnungssituation für alle Einkommensgrenzen herbeizuführen.

Bei der anschließenden Diskussion mit der Finanzministerin war vor allem die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim ein heiß diskutiertes Thema. "Es ist eigentlich ein Skandal, dass das AKW Fessenheim noch immer in Betrieb ist und Sie können sich sicher sein, dass wir bei Treffen mit unseren französischen Nachbarn alles dafür tun, um eine Abschaltung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt herbeizuführen", versprach Sitzmann.

Angesprochen auf die Hebungsrisse erklärte Sitzmann, dass von Seiten des Landes bereits eine Menge Geld für die Unterstützung von Staufen geflossen sei und zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Investitionen geplant sind. "Wir hoffen, dass die Tendenz weiterhin positiv bleibt und die Hebungen hoffentlich bald zu einem Ende kommen", so Sitzmann. Zu guter Letzt bediente sich Sitzmann eines Zitates von Cicero, um die zukünftige Marschrichtung in Sachen Finanzpolitik zu verdeutlichen. "Die Menschen verstehen nicht, welch große Einnahmequelle in der Sparsamkeit liegt", ließ die 56-Jährige verlauten und erklärte daraufhin, dass es keine Leistung sei, besonders viel Geld auszugeben, sondern die Kunst darin liege, "mit wenig Geld möglichst viel zu erreichen".