STIMMEN

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Mo, 28. Januar 2019

Münstertal

Stimmen zum Ausgang des Bürgerentscheids

» Rüdiger Ahlers, Bürgermeister von Münstertal: "Ich persönlich bedauere das Ergebnis. Aber ich bin froh, dass die Bürgerinnen und Bürger von Münstertal die Sache entscheiden konnten. Vor dem Hintergrund der hohen Wahlbeteiligung von mehr als 64 Prozent hat das Ergebnis eine hohe Aussagekraft. Und es ist klar für uns als Verwaltung, dass wir uns daran halten, was die Erklärung auf dem Stimmzettel besagte: ,Die Gemeinde ermöglicht den Bau der Windkraftanlagen nicht’."

» Alexander Hatt, Initiatorenkreis des Bürgerentscheids: "Wir sind ausgesprochen glücklich über das klare Ergebnis. Es spricht für den Realitätssinn der Wählerinnen und Wähler, dass sie die Bedeutung guten Wassers als Grundlage unseres Daseins erkannt haben. Uns fällt eine riesige Last von den Schultern. Glückwunsch an alle Münstertäler, die ein so eindeutiges Votum abgegeben haben, und das trotz der massiven fremdfinanzierten Werbekampagne durch die Windindustrie. Wir hoffen, dass jetzt Frieden in der Gemeinde einkehrt und die Verwaltung das Votum als politisches Signal versteht."

Sascha Deris, Sprecher der CDU-Fraktion im Gemeinderat von Münstertal, die mit einer Ausnahme gegen den Enercon-Vertrag gestimmt hatte:

"Wir begrüßen das Ergebnis, besonders die hohe Wahlbeteiligung. Die letzten Monate waren sehr nervenaufreibend und haben Münstertal quasi in zwei Lager gespalten; wir hoffen, dass jetzt – basierend auf dem Ergebnis der demokratischen Abstimmung – alle wieder zusammenfinden."

» Edwin Hofmann, Sprecher der SPD-Fraktion im Gemeinderat, die den Enercon-Vertrag befürwortet hatte: "Die SPD-Fraktion ist enttäuscht über das Ergebnis – wir hatten bei der Abstimmung über den Vertrag geschlossen dafür gestimmt. Aber wir erkennen natürlich das Votum an. Die hohe Wahlbeteiligung bei dem Bürgerentscheid ist ein deutliches Zeichen der Ablehnung des Standorts Breitnauer Kopf – was nicht bedeutet, dass nicht andere Standorte diskutiert werden können."

» Klaus Wiesler, Sprecher der Fraktion der Freien Wähler, von denen zwei für den Enercon-Vertrag und einer dagegen war: "Ich persönlich bin enttäuscht von dem Ergebnis. Es ist eine bittere Niederlage für alle, die die Energiewende wollen. Wir haben einen wichtigen Schritt verpasst. Ich sehe damit auch das Aus für die Windkraft in ganz Münstertal – man will hier keine Windkraft, und es wäre unfair, den Wiedenern nun auf dem Hörnle Windanlagen quasi vor die Tür zu setzen. Mir fehlen die Initiativen der Gegenseite – nur Nein sagen, bringt uns bei der Energiewende nicht vorwärts."

Michael Benitz,
Bürgermeister von Staufen: "Ich bin sehr erleichtert, dass die Mehrheit im Münstertal die Sorgen von Staufen um das gute Trinkwasser teilt. Wir können jetzt nach vorn sehen und gemeinsam mit Münstertal die Windkraft am Hörnle voranbringen. Denn wir in Staufen sind ja nicht gegen Windkraft an sich, sondern für den Schutz des Trinkwassers. Mein Appell: die Arbeit an der punktuellen Fortschreibung des Flächennutzungsplans in Sachen Windkraft wieder aufnehmen und gemeinsam weiterarbeiten."

Ein Sprecher der Münstertal Planungsgesellschaft lehnte gegenüber der Badischen Zeitung am Abend eine Stellungnahme ab.