Das "Ärztehaus" und die Künstlerin

Ingrid Jennert

Von Ingrid Jennert

Sa, 11. Januar 2014

Steinen

SERIE 900 JAHRE STEINEN (TEIL 6): Die "Oppenheim-Villa" in der Eisenbahnstraße und ihre illustren Bewohner.

STEINEN. Der Äskulapstab wird selten entdeckt an der repräsentativen Villa aus gelbem Klinkerstein in der Eisenbahnstraße 32. Er ist wohl zu weit oberhalb der Augenhöhe angebracht, und außerdem verdecken Bäume den Blick. Das Motiv aus rötlichem Sandstein hat indes bis heute seine Berechtigung an der Südwestecke der Gründerzeitvilla. Sie beherbergte von jeher Arztfamilien, fast immer mit einer Praxis. So auch die Familie des Arztes Dr. Erich Alphons Oppenheim, die im Jahr 1914, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, nach Steinen kam.

Die Villa ist eines der markantesten Gebäude in Steinen und sucht im Ort ihresgleichen in Bezug auf den Baustil. Sie wurde 1902 durch den Arzt Dr. Studer errichtet. Von öffentlichem Interesse ist die Villa heute vor allem als Elternhaus der Malerin und Dichterin Meret Oppenheim. Ihr Vater, Dr. med. Erich Alphons Oppenheim, erwarb das Gebäude vom Erbauer. 1930 verkaufte er es dem Zahnarzt Dr. Otto Steinebrunner und baute auf seinem großen Grundstück schräg gegenüber ein zweckmäßigeres, moderneres Haus mit Garage für sein Automobil. Nachdem Erich Oppenheim wegen seines jüdischen Namens aus Nazi-Deutschland in die Schweiz emigrieren musste – er galt nach damaliger Gesetzeslage als "Halbjude", geriet das Gebäude für lange Zeit in Vergessenheit und ruhte im Schatten der großen Bäume, die es umgeben.

Mit der Erinnerung an seine weltberühmte Tochter Meret – 100 Jahre nach ihrer Geburt – erhält auch die "gelbe Villa", in der sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte – wieder ...

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