OB-Wahl 2020

Stimmabgabe nur mit Mundschutz: So läuft die Wahl in Emmendingen

Sylvia-Karina Jahn

Von Sylvia-Karina Jahn

So, 24. Mai 2020 um 16:23 Uhr

Emmendingen

Viel Papier für die Briefwahl, eine ganze Halle für wenige Wahlkabinen: Er ist ungewohnt, dieser Urnengang in Corona-Zeiten. Aber alles funktioniert, wie unsere Eindrücke aus Emmendingen zeigen.

Keine Menschenschlangen
Nein, es stehen keine Menschenschlangen vor der Steinhalle, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Dafür zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. Freundlich weisen sie darauf hin, dass der Zutritt zum Wahllokal nur mit Mundschutz möglich sei; wer keinen dabei hat, dem holen sie einen.

Plexiglas und Desinfektionsmittel
Drinnen sitzen die städtischen Mitarbeiter hinter Plexiglas. Auch sie tragen den obligatorischen Mundschutz, dazu Handschuhe. Wie gewohnt, händigen sie dem Wähler Stimmzettel und Wahlumschlag aus, dazu einen nagelneuen Kugelschreiber mit dem Hinweis, dass man ihn behalten dürfe. So ausgestattet, geht’s dann in eine der drei Kabinen, die an einer Längswand aufgebaut wurden – wie gewohnt. Doch während sonst der oder die Nächste gleich "nachrückt", gibt es in Corona-Zeiten noch einen Zwischenschritt: Kaum hat ein Wähler das Kabäuschen verlassen, kommt sofort eine Helferin mit Desinfektionsmittel – auch das sofortige Desinfizieren der Plätze gehört dazu.
Mit dem Ergebnis der OB-Wahl wird gegen 20.30 Uhr gerechnet. Sie erfahren es aktuell auf badische-zeitung.de.

Die Wahl läuft wie sonst auch
Ein paar Meter vor der Bühne warten zwei weitere Wahlhelferinnen, ebenfalls hinter Plexiglas, auf die Wahlberechtigten. Hier läuft alles wie bei früheren Wahlen – mit dem Unterschied, dass der Wähler dort seinen Wahlschein abgibt, der ja wegen der Briefwahlmöglichkeit mit zugesandt wurde, und danach seinen Wahlumschlag in die Urne stecken darf. Noch ein freundlicher Hinweis, bitte die Seitentür zum Verlassen der Halle zu nutzen – das war’s. Auch dort stehen zwei Mitarbeiter des Sicherheitsteams.

Fazit
Viele waren dem Aufruf zur Briefwahl gefolgt, gegen 15.30 Uhr haben ganze 56 Wähler in der Steinhalle ihre Stimme abgegeben, die eines von drei Wahllokalen ist. Der befürchtete "Stau" ist ausgeblieben. Nicht dass Wahllokale in Nicht-Coronazeiten an einem sonnigen Sonntagnachmittag je zum bevorzugten Ausflugsziel gezählt hätten. Aber wer durch die Innenstadt zur Steinhalle gegangen ist, der hat gesehen: In den Cafés und Lokalen war deutlich mehr los, der Rieseneisbecher war wohl spannender als der Wahlzettel. Aber vielleicht hatten die Genießer ja alle schon gewählt – oder sie waren gar nicht aus Emmendingen und durften also nicht.

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