Abstimmung

Stimmenkönig in Oberried verliert bei Wahl des Bürgermeisterstellvertreters

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Mi, 10. Juli 2019 um 11:03 Uhr

Oberried

Bei der Wahl zum Bürgermeisterstellvertreter setzt sich Daniel Schneider gegen Albert Rees durch. Rees hatte vor der Abstimmung betont, die Übernahme des Amts entspräche dem Wählerwillen.

Als erste Gemeinde im Dreisamtal ist in Oberried der neue Gemeinderat im Amt. In der konstituierenden Sitzung würdigte Bürgermeister Klaus Vosberg zunächst die Arbeit der ehemaligen und nun scheidenden Räte Peter Geisenberger, Julia Lauby, Jörg Lorenz, Martin Rudiger, Eugen Schreiner und Stefan Winterhalter. Er bedankte sich für ihren Einsatz zum Teil über Jahrzehnte hinweg. Alle erhielten als Geschenk ein auf Glas gebranntes Ortswappen der Gemeinde mit Inschrift.

Albert Rees spricht von einer "Kampfabstimmung"

Nach der Abschaffung der Unechten Teilortswahl in der vergangenen Legislaturperiode schrumpfte die Zahl der Mandate auf zwölf, weil es nun keine Ausgleichssitze mehr gibt. Es folgte die obligatorische Vereidigung der drei neuen Ratsmitglieder Katharina Strecker (SPD), Gerion Buhl und Gerhard Rombach (beide CDU). Dann war die Geschäftsordnung des Gemeinderats zu beschließen. Aufgrund der Neufassung der Gemeindeordnung waren in einigen Punkten redaktionelle Änderungen erforderlich, die ohne Debatte einstimmig verabschiedet wurden.

Für die Wahl des ersten Bürgermeisterstellvertreters standen mit Albert Rees (SPD) und Daniel Schneider (CDU) zwei Kandidaten zur Wahl. Diese Situation bedauerte Albert Rees in einer Stellungnahme. Er habe bei den Wahlen die meisten Stimmen als Einzelkandidat bekommen, deshalb entspräche die Übernahme dieses Amts für ihn dem Wählerwillen, dies werde auch von vielen Gratulanten nach der Wahl von ihm erwartet. Im Übrigen sei dies bislang ausgeübte Praxis gewesen. Zudem könne er auf eine positive Bilanz seiner bisherigen Arbeit als Stellvertreter zurückblicken. Es sei schade, dass es nun zur Kampfabstimmung komme.

Bürgermeister Vosberg verweist auf frühere Wahlen

Hanspeter Rees (CDU) sagte, dass sich niemand selbst beweihräuchern müsse, und wies den Begriff Kampfabstimmung zurück. In der Demokratie gebe es keine Automatismen. Man habe eben zwei Kandidaten und habe nun eine Wahlmöglichkeit. Carola Tröscher (SPD) argumentierte ähnlich wie Rees. Johannes Rösch (Freie Wähler) hielt das Wort Kampfabstimmung für maßlos überzogen. Mit Michael Martin von seiner Gruppierung hätte es sogar einen dritten Kandidaten gegeben, wenn dieser nicht gleichzeitig Mitglied im Ortschaftsrat von St. Wilhelm wäre und somit nicht kandidieren könne.

Bürgermeister Vosberg verwies auf frühere Wahlen, bei denen Kandidaten mit weniger Stimmen als der Stimmenkönig zum Zuge kamen. Die geheime Wahl ergab ein Stimmenverhältnis von sieben zu sechs für Daniel Schneider. Rees erklärte daraufhin, dass er zwar das Vertrauen der Wähler, jedoch nicht das des Gremiums bekommen habe und er deshalb als zweiter Stellvertreter nicht zur Verfügung stehe. Nun freue er sich auf eine Amtszeit "als einfacher Gemeinderat". Mangels anderer Kandidaten wurde die Wahl auf die nächste Ratssitzung vertagt. Die weiteren Wahlen von Vertretern in diversen Gremien erfolgte jeweils einstimmig.
Wahlen

Für den Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal: Johannes Rösch, als Vertreter Ewald Zink (beide Freie Wähler); fürs Kindergartenkuratorium Oberried: Carola Tröscher und Katharina Strecker (beide SPD), fürs Kindergartenkuratorium Hofsgrund: Gerion Buhl (CDU); fürs Grundschulkuratorium: Tobias Jautz (CDU) und Michael Martin (Freie Wähler); für die Personalfindungskommission: Fridolin Gutmmann (Freie Wähler), Daniel Schneider (CDU) und Carola Tröscher (SPD), weitere Mitglieder sind der Bürgermeister und der Hauptamtsleiter.

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