Elsass

Jahrtausendwerk: Straßburger Münster feiert Jubiläum

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Sa, 20. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Straßburg

Das Straßburger Münster, erbaut auf den Fundamenten einer romanischen Basilika, ist vor 1000 Jahren entstanden. Bärbel Nückles hat sich auf eine Spurensuche begeben.

Niedrige Holzhäuser ducken sich zu Füßen der gotischen Kathedrale. In den Wochen vor dem Fest bilden sie schmale Gassen, durch die sich Tausende Menschen zwängen. Es ist wieder soweit. Der Weihnachtsmarkt hat Straßburg fest im Griff.

Bis auf das Münster. Aus dem Sandstein der Vogesen gehauen, ragt es in luftige Höhen, beherrscht alles, seit es vor 1000 Jahren "aus seinen Fundamenten" erstanden ist. Zumindest legt dies die einzige Quelle nahe, die auf die romanische Basilika verweist, erbaut an derselben Stelle wie die prächtige gotische Kathedrale von heute. "Anno Domino 1015 monasterium Sancte Marie in Argentina surgit primo a fundatione sua", heißt es in den mittelalterlichen Annalen des in der Nähe von Colmar gelegenen Stifts Marbach. Mit Monasterium ist das Münster gemeint, die Bischofskirche, die im Jahr 1015 im Herzen Straßburgs Stein auf Stein aus dem Boden wächst.

Die Kathedrale ist ein Fels im Meer der Geschichte. 1000 Jahre, scheint es, liegen offen zutage. Wie aber mag es ausgesehen haben, das Münster, das Bischof Werner von Habsburg, ein gebildeter, einflussreicher Mann, als Demonstration der Macht der Reichskirche errichten ließ? Die Suche nach den Ursprüngen führt hinab in sieben Meter Tiefe, unter die im 16. Jahrhundert errichtete, dem nördlichen Seitenschiff vorgelagerte Laurentiuskapelle. Im Mittelalter gab es Friedhöfe nahe beim Münster. Bei der durchbrochenen Innenseite der Kapelle handelt es sich um die ursprüngliche Außenmauer des Münsters.

Unbefugte haben hier keinen Zutritt. Eric Salmon, der technische Leiter der Straßburger Münsterbauhütte, ist ein großer, kräftiger Mann, der mit Sandstein umzugehen weiß. Er klappt eine in den Boden eingelassene Flügeltür auf, die sich mit lautem Knarzen öffnet. Eine Gitterstiege führt unter die Kapelle, hier beginnt die Suche nach den ältesten Teilen des Bauwerks, verborgen unter der Last des gotischen Ungetüms. Es riecht feucht und steinig. Die Decke ist mit einer Schicht Stahlbeton verstärkt.

Unter der Kapelle liegen die Reste römischer Villen
Die Wand, auf die es jetzt ankommt, befindet sich rechts neben dem Eingang. Kleine Quader aus hellem Sandstein liegen Schicht auf Schicht. In den unteren ...

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