Stromversorgung [ANZEIGE]

Studierende entwickeln Energiesystem für Marokko

Fr, 03. Juni 2016 um 12:36 Uhr

Ein fakultätsübergreifendes studentisches Projekt der Hochschule Offenburg hat ein Energiesystem für Menschen entwickelt, die an keine Stromversorgung angebunden sind. So funktioniert es:

Die meisten Bewohner des Atlasgebirges und in den ländlichen Gebieten in Marokko haben keinerlei Stromquellen in ihren Dörfern. Für diese Menschen eine rudimentäre Stromversorgung aus Solarzellen zu schaffen, ist das Ziel dieses neuen Projekts an der Hochschule Offenburg, an dem knapp 20 Studierende verschiedener Studiengänge und Semester mitwirken.

Aufbauend auf dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" arbeitet beispielsweise eine Gruppe daran, ein System mit aufladbaren LED-Lampen zu entwickeln, das von den dort Ansässigen weitgehend selbst montiert werden kann und die Beleuchtung durch Kerzen ablösen soll. Eine zweite Gruppe arbeitet an einem etwas größeren Solarsystem, das zusätzlich das Betreiben von Kühlschränken zur Lagerung von Medikamenten, wie z. B. Insulin, oder den besseren Zugang zum Internet ermöglicht, während eine dritte Gruppe an einer solaren Pumpenlösung arbeitet, die den Betreibern die hohen Ausgaben für den Betrieb eines Dieselgenerators ersparen soll. Nachhaltigkeit, Energie, Licht und sauberes Wasser sind die wichtigsten Themen.

Partizipativer Ansatz

Die Studierenden wollen nicht einfach vorgefertigte industrielle Lösungen abliefern, sondern die lokale Bevölkerung bei der Entwicklung miteinbeziehen. Sie verlassen sich auch nicht auf fertig entwickelte Systeme, sondern konstruieren viele Bestandteile selbst. Ebenso sollen Konzepte zur Finanzierung und das Marketing von den Studierenden entwickelt werden: So kann jeder, der interessiert ist, etwas beitragen – der Studiengang und das Semester spielen keine Rolle. Ganz allein sind die Studierenden bei dem Projekt allerdings nicht. Prof. Dr. Michael Schmidt von der Hochschule Offenburg und Dr. Karl-Heinz-Sternemann von der Madame-Ilsa-Foundation begleiten und koordinieren das Projekt gemeinsam und dienen auch bei Fragen zum Projekt als Ansprechpartner.

Die Madame-Ilsa-Foundation ist eine international tätige Organisation, deren Team rund um die Mitgründerin Frau Ilse Kohler schon seit mehr als 25 Jahren erfolgreich Projekte in Marokko durchführt und sich gut mit den Herausforderungen und Möglichkeiten vor Ort auskennt. So unterstützt die Foundation marokkanische Dorfgemeinschaften, insbesondere eine Behinderteneinrichtung und ein Haus für Straßenkinder, um gerade jungen Menschen eine Perspektive zu bieten, die sonst keine hätten.

Für jeden, der gern im Team arbeitet, Erfahrung mit Projekten sammeln möchte und Teil einer guten Sache sein will, bietet das Projekt großartige Möglichkeiten, all das zu verknüpfen.

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