Atomaufsicht rügt Fessenheim

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Mi, 17. Juli 2019

Südwest

Mängel beim Brandschutz.

STRASSBURG (bnü). Die französische Atomaufsicht (ASN) kritisiert den Brandschutz auf dem Gelände des Akw Fessenheim. Sie fordert vom Betreiber EdF Nachbesserung innerhalb von zwei Wochen. Anlass für die Rüge ist eine unangemeldete Kontrolle in Fessenheim Ende Juni. Die Belegschaft sollte im Rahmen einer Übung einen fiktiven Brand an einem Dieseltank löschen. Entgegen der Vorschriften für diesen Notfalltyp habe die Mannschaft versucht, statt mit Schaum mit Wasser zu löschen.

Das fragliche, 500 Kubikmeter fassende Reservoir sei nicht einmal mit dem notwendigen Löschmittel ausgerüstet gewesen. "Dass die Mannschaft im Zweifel Hilfe von außen hätte abwarten müssen, um die Lage unter Kontrolle zu halten", nannte der Verantwortliche der ASN in Straßburg, Pierre Bois, inakzeptabel. Im Ernstfall hätte es zu einem Dominoeffekt kommen können: Weitere Treibstofftanks befinden sich in der Nähe.

Unterdessen soll die Entschädigungsvereinbarung zwischen dem französischen Staat und der EdF ausverhandelt sein. Dies geht aus einer Mitteilung des Freiburger Regierungspräsidiums hervor. Eine der wichtigsten Hürden bis zur angekündigten Abschaltung der beiden Reaktoren 2020 wäre damit ausgeräumt.