Bohrungen an der Grenze

dpa

Von dpa

Di, 16. April 2019

Südwest

Schweiz sucht Endlagerstandort.

BÜLACH/HOHENTENGEN (dpa). Auf der Suche nach einem Atommüllendlager haben in der Schweiz rund 20 Kilometer südlich der Grenze die ersten Bohrungen begonnen. Im Gebiet Nördlich Lägern bei Bülach südöstlich von Hohentengen im Landkreis Waldshut erkunden Wissenschaftler, ob sich der Untergrund für die Lagerung von radioaktivem Material eignet, wie die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) am Montag mitteilte.

Zwei weitere Standorte – Jura Ost und Zürich Nordost – sind in der engeren Auswahl. Dort beginnen die Bohrungen in den kommenden Monaten. Die Wissenschaftler erkunden das Gestein bis in etwa 2000 Meter Tiefe. Die Auswertung der Ergebnisse soll bis 2022 dauern, sagte ein Nagra-Sprecher. Sollte es – was erwartet wird – zu einer Volksabstimmung kommen, könne es noch zehn Jahre dauern, bis ein Standort feststehe. Die Schweiz hat wie Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Die fünf Reaktorblöcke sollen in den kommenden 20 Jahren stillgelegt werden.