Der radikale Andere

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 16. Dezember 2018

Südwest

Der Sonntag Gegner des Kulturprotestantismus: Vor 50 Jahren verstarb in Basel Karl Barth, einer der größten Theologen des 20. Jahrhunderts.

Toni Nachbar
Es ist eine besondere Fügung, diese 50. Wiederkehr des Todestages des Theologen Karl Barth. Sie sorgt möglicherweise für die Vertiefung einer Debatte, die zwar nicht medien- und massentauglich ist, aber schon lange in der protestantischen Kirche schwelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, was die Kirche eigentlich verkündet: Was sich Menschen von Religion erhoffen? Oder: das Wort Gottes? Zwei evangelische Lager stehen sich, diese Frage zu beantworten versuchend, gegenüber. Hier die, die es mit dem im 18. Jahrhundert geborenen Philosophen Friedrich Schleiermacher halten und sagen: Über Gott könne man nur sprechen, wenn man über den Menschen spricht. Dort jene, die in Karl Barth, 1886 in Basel geboren und am 10. Dezember 1968 ebenda verstorben, den "Kirchenvater des 20. Jahrhunderts" sehen und mit ihm behaupten: Nur vom Menschen führe keine Brücke zu Gott. Im Fachjargon plakativ ausgedrückt: Es streitet sich eine liberale Theologie mit einer dialektischen Wort-Gottes-Theologie.

Der Freiburger evangelische Dekan Markus Engelhardt stellt sich mitten in die Debatte, wenn er bekennt: "Vor 25 Jahren war ich noch ein Barthianer. Mein Großvater und mein Vater waren seine Schüler, ich empfand ihn als Herausforderung und inspirierend. Aber inzwischen stehe ich mehr und mehr der Schleiermacher-Richtung näher und sehe Karl Barth durchaus kritisch. Seine Theologie führt letztendlich zu sehr ins ...

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