Weltkulturerbe

Der Ursprung der Kunst ist in den Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb zu finden

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Sa, 11. August 2018 um 09:55 Uhr

Südwest

BZ-Plus Wie vermarktet man die ältesten Skulptur- und Instrumentenfunde der Erde? Ein Jahr Weltkulturerbe Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb.

Bei Hitze hat Maria Malina den perfekten Arbeitsplatz: Konstante neun Grad herrschen im Hohle Fels, einer kuppeldomartigen Höhle im Kalkstein nahe Blaubeuren. Jahrein, jahraus ist es hier kühl, dunkel und still, als gäbe es keine Zeit. An den 9. September 2008 erinnert Malina sich dennoch, als wäre es gestern gewesen: "Es war am späten Vormittag, und es war ein Gast da, den ich durch die Höhle geführt habe", berichtet die 42 Jahre alte Archäotechnikerin. "Als ich fertig war, rief mich eine Studentin, die ein ungewöhnlich großes Stück bearbeitetes Elfenbein gefunden hatte."

Im Hohle Fels wird seit Generationen gegraben, bis hinab in die Zeit der Neandertaler. Doch dieser Fund sollte weltweit Schlagzeilen machen: Malina erkannte nicht nur, dass es sich um das Fragment einer Frauenfigur handelte. "Es war die älteste menschliche Darstellung, die es überhaupt gibt!" Gleich daneben lag eine Flöte aus Gänsegeierknochen; ebenfalls etwa 40.000 Jahre alt: Weltweit sind weder ältere Figuren noch Instrumente bekannt. Im Juli 2017 hat die Unesco sechs Eiszeithöhlen in der Region den Weltkulturerbe-Titel verliehen. Gut zwölf Monate später steht ihre Präsentation noch am Anfang.

Erste Hinweise auf Spiritualität beim Homo sapiens
"In weniger als 13 Minuten ging das durch", staunt der Tübinger Archäologieprofessor Nicholas Conard noch heute über die Unesco-Beratung zum Weltkulturerbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" – um andere Anträge sei tagelang gerungen worden. Doch der Deutsch-Amerikaner ergänzt: "Das Hauptkriterium ist ,outstanding universal value‘, das heißt außergewöhnliche Bedeutung für alle Menschen auf der Erde. Deswegen ist es glatt durchgegangen: Weil es völlig unumstritten war." Conard ...

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