Der Anschlag

Die Stille nach den Schüssen in Straßburg

Anika Maldacker, Bärbel Nückles und Annemarie Rösch

Von Anika Maldacker, Bärbel Nückles & Annemarie Rösch

Mi, 12. Dezember 2018 um 21:35 Uhr

Südwest

BZ-Plus Ein Mann schießt auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt um sich, tötet und verletzt mehrere Menschen. Er wird angeschossen und flieht mit einem Taxi. Wie geht es den Menschen vor Ort? Wer ist Chérif C.? Was hat er getan – und: Warum?

An normalen Tagen im Advent hängt über der Straßburger Innenstadt ein Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln, die Gassen sind voller Menschen, es klingelt und bimmelt. Zwei Millionen Touristen zieht der berühmte Weihnachtsmarkt jedes Jahr an. Auch der 12. Dezember 2018 ist in der Europastadt ein Tag im Advent, aber kein normaler Tag. Zwar glitzert an allen Ecken üppig die Dekoration, doch die Buden des Weihnachtsmarktes auf den verschiedenen Plätzen der Altstadt sind geschlossen, ebenso die Läden auf der Ill-Insel. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden hängen auf Halbmast, an den Schulen fällt der Unterricht aus. Die Stadt ist befremdlich still.

Ein Abschnitt der Rue des Orfèvres, der Goldschmiedegasse wenige Schritte vom Münster entfernt, ist abgesperrt. Bewaffnete Polizisten mit schusssicheren Westen bewachen die Zugänge. Fotografen, Kameramänner und Journalisten aus aller Welt drängeln sich um die Plätze in der ersten Reihe und bilden eine Menschenwand. Ganz in der Nähe legt eine Frau eine weiße Blume auf den Boden, verharrt einen Moment schweigend. Andere tun es ihr gleich. Es sind stumme Gesten.

Wer sind die Opfer?
Am Abend zuvor hat ein Mann kurz nach 20 Uhr hier, im Herzen der Weihnachtsseligkeit, auf Menschen geschossen und anschließend mit einem Messer auf weitere Passanten eingestochen – und die gesamte inszenierte Heimeligkeit zerstört, die viele Touristen auf den Märkten suchen.

Nach Angaben von Oberbürgermeister Roland Ries sind zwei Menschen unmittelbar gestorben. Es handelt sich laut Ries um einen thailändischen Touristen und einen Mann, der früher in einer Bank in Straßburg gearbeitet habe. Eine weitere Person wurde im Laufe des Mittwoch für tot erklärt. Viele Menschen liegen verletzt in Krankenhäusern, ...

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