Valentinstag

Erzbistum Freiburg umgarnt Paare, die kirchlich heiraten wollen

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

Fr, 14. Februar 2020 um 10:25 Uhr

Südwest

Manchmal sind es nur wenige Klicks bis zur Traumhochzeit: Das Erzbistum Freiburg präsentiert ein bundesweit einmaliges Online-Angebot für Paare, die sich von einem Priester trauen lassen wollen.

Pünktlich zum Valentinstag an diesem Freitag hat das Erzbistum Freiburg die Webseite www.einfach-kirchlich-heiraten.de gestartet, die per Mausklick zur Traumhochzeit führen soll. Zielgruppe sind Paare, die die Verbindung zu ihrer Kirchengemeinde vor Ort verloren oder nie gehabt haben und sich dennoch eine kirchliche Hochzeit wünschen – sei es wegen des stimmungsvollen Ambientes oder wegen des heiligen Sakraments.

"Man sieht auf einen Blick, welche Kirchen in Frage kommen und kann sie sich in Ruhe ansehen." Jeanette Gutmann
"Eine Hochzeit zu planen, ist mega viel Aufwand, das kann einen überfordern", sagt Tobias Gutmann. Vor allem die Suche nach einer passenden Kirche koste Zeit und Nerven: "Da muss man ewig rumfahren, hoffen, dass sie überhaupt offen hat und dann abschätzen, ob 150 Leute rein passen oder doch nur 90." Seine Frau Jeanette Gutmann meint: "Dass es dafür jetzt eine Webseite gibt, ist so genial, man sieht auf einen Blick, welche Kirchen in Frage kommen und kann sie sich in Ruhe ansehen." Für das jung verheiratete Paar, das seine kirchliche Trauung im Mai längst organisiert hat, kommt das Angebot zu spät, doch es stellt sich gern für die Präsentation zur Verfügung. "Die Seite ist richtig gut, es sind tolle Locations dabei", sagt Tobias Gutmann.

Zahl der kirchlichen Trauungen ist recht stabil

Während die Zahl der Katholiken im Erzbistum Freiburg kontinuierlich sinkt, erweist sich die Zahl der kirchlichen Trauungen als recht stabil. Im Jahr 2018 gab es sogar eine kleine Steigerung von 3833 auf 3853 Hochzeiten. "Die Menschen trauen uns hier Kompetenz zu, zugleich haben sie aber sehr genaue Vorstellungen, wie ihre Hochzeit gestaltet sein soll", sagt Bernd Gehrke, Referent für Liturgie und Sakramente im Erzordinariat Freiburg. Hier setzt das bundesweit einmalige Onlineangebot an, das Judith Weber, Leiterin des Referats "Ehe – Familie – Diversität" im Erzbischöflichen Seelsorgeamt, und Bernhard Spielberg, Theologieprofessor an der Universität Freiburg, federführend entwickelt haben. Auch das Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) der Uni war beteiligt. "Ausgangspunkt war für uns die Frage, wie wir das Verhältnis der Kirche zu ihren Mitgliedern optimieren können", erklärt Bernhard Spielberg.
Erklär's mir: Was ist ein Sakrament?

Die anstehende Hochzeit sei ein Moment im Leben, an dem auch kirchenferne Menschen erreicht werden könnten, sagt Weber: "Das wollen wir nutzen." Die schlicht und ansprechend gestaltete Seite soll das Paar informieren, aber auch ins Gespräch darüber bringen, was beiden wichtig ist – bei der Hochzeitsfeier und in der Beziehung.

Ist ein Sektempfang möglich?

In der Testphase, die drei Monate dauern soll, beteiligen sich die Dekanate Freiburg, Mannheim, Rastatt und Mosbach-Buchen. So können Heiratswillige wählen zwischen 40 Priestern und Diakonen, die sich in persönlichen Statements vorstellen, und 80 Kirchen, von denen es nicht nur Fotos gibt, sondern auch Angaben zu Baustil, Parkplätzen und der Frage, ob ein Sektempfang dort möglich ist. Wer den ausgefüllten Fragebogen abschickt, bekommt zeitnah Antwort vom ausgewählten Pfarrer, mit dem sich die Details dann persönlich klären lassen.

"Wir weisen niemanden ab, jeder kann mit uns in Kontakt treten und ist willkommen." Bernd Gehrke
"Wir wollen uns nicht nur nutzerorientiert und unbürokratisch präsentieren, sondern auch selbst dazulernen und erfahren, was die Menschen bewegt", sagt Spielberg. Die Seite soll nun über Facebook und Instagram bekannt gemacht werden. Grundsätze wie die, das mindestens einer der Partner katholisch sein muss, dass gleichgeschlechtliche Ehen nicht möglich sind und dass, wer schon einmal katholisch verheiratet war und geschieden wurde, nicht erneut vor den Traualter treten kann, bleiben selbstverständlich gültig. "Aber wir weisen niemanden ab, jeder kann mit uns in Kontakt treten und ist willkommen", versichert Gehrke. Eine Mail an info@einfach-kirchlich-heiraten.de genügt.

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