Schwarzwald

Flugzeugabsturz am Wiedener Eck: Was ist damals passiert?

Bernhard Hiergeist

Von Bernhard Hiergeist

Sa, 16. Januar 2016 um 00:00 Uhr

Wieden

Am 2. April 1993 stürzte ein Flugzeug am Wiedener Eck ab. Alle sechs Insassen starben. Ein Gedenkstein erinnert heute an den Absturz vor über 20 Jahren. Was ist damals passiert?

Wenn Dietmar Ernst mit dem Fahrrad an diesem Gedenkstein vorbeikommt, dann steigt er ab und hält kurz inne. Vier oder fünf Mal im Jahr tut er das. Er blickt auf die Metalltafel mit den Namen, die in den Granit eingelassen ist. "Dann seh’ ich den Tag wieder vor mir", sagt er. "Und dann denk’ ich noch einmal dran, was damals passiert ist."

Der Stein ist ein Anker in der Zeit. Er hält für Ernst und andere Menschen die Erinnerung fest an den Tag, der mehr als 20 Jahre zurückliegt. Als die Maschine aus dem Nebel im Schwarzwald herabstürzte. Ernst war damals 36 Jahre alt und Polizeisprecher in Lörrach. Minutiös erinnert er sich an den Tag. Er war damals gerade auf einer Berufsmesse an der Schweizer Grenze und warb um Nachwuchs für die Polizei. Die Kollegen aus der Leitstelle beorderten ihn ab, per Funktelefon. "Wir waren damals ja schon fortschrittlich", sagt Ernst. "Ich hab den Stand dichtgemacht, Licht aus, und bin sofort nach Wieden hoch."

Wen man auch fragt: Jeder weiß, was er damals gerade getan hat. Wiedens Bürgermeister Berthold Klingele saß mit seiner Frau beim Mittagessen, der Kommandant der Schönauer Feuerwehr Egon Karle in seinem Büro. Und eine Gastwirtin wartete auf einen Lieferanten.

Es ist der 2. April 1993, ein Freitag. Um 12.22 Uhr funkt der Pilot Gerhart Kment in drei Kilometer Höhe über dem Schwarzwald an den Flughafen in Lahr: In seiner einmotorigen Socata TBM 700 gebe es Probleme mit den Instrumenten. In einem Bericht wird später stehen, Kments Stimme habe "Stressmerkmale" aufgewiesen. Nach der kurzen Durchsage reißt die Funkverbindung ab.

Welche Erinnerungen bleiben?
Wenige Minuten später bohrt sich das Flugzeug in einen Berghang. Noch Kilometer weiter ist der Aufprall zu hören. Kment und seine fünf Mitreisenden sind sofort tot. Welche Erinnerungen bleiben, mehr als 20 Jahre später, an diesen furchtbaren Unfall? Von dem Absturz, der für kurze Zeit die Ruhe auf dieser Schwarzwaldhöhe zerriss – zwischen den Baumwipfeln, Holzhäusern und steilen Wiesen? Als die Geschichte der verunglückten Maschine aus Wien sich kreuzte mit der Geschichte der Menschen im Schwarzwald? Was weiß man dort heute noch von den damaligen Ereignissen?

Wer das herausfinden will, muss hier ...

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