Kirche

Freiburger Erzbischof Burger will Homo-Ehepaaren keinen Segen geben

Gerhard Kiefer

Von Gerhard Kiefer

Mo, 19. Februar 2018 um 14:52 Uhr

Südwest

Katholische Homo- und Lesben-Ehepaare werden im Erzbistum Freiburg nicht gesegnet. Damit stellt sich Erzbischof Stephan Burger gegen gegen den Chef der Bischofskonferenz.

Katholische Homo- und Lesben-Ehepaare werden im Erzbistum Freiburg nicht gesegnet. Erzbischof Stephan Burger begründete am Montag sein Nein mit der Festlegung von Papst Franziskus, es gebe "keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen". Martina Kastner, die Vorsitzende des Freiburger Diözesanrats, hätte eine andere Entscheidung begrüßt: "Ich stehe zur Segnung positiv".

Wie Erzbischof Burger kündigte am Montag auch der Bischof der Freiburg kirchenrechtlich zugeordneten Nachbardiözese Rottenburg/Stuttgart an, Homo- und Lesben-Ehepaare nicht zu segnen. Gebhard Fürst begründet sein Nein mit dem Hinweis, die Spende des Sakraments bleibe "der Ehe mit ihrer natürlichen Offenheit für Kinder vorbehalten".

Könnte es ein verpflichtendes Ja zur Segnung geben?

Mit dieser für alle Katholiken Baden-Württembergs relevanten Festlegung akzeptieren Burger und Fürst das Votum des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nicht, "in Einzelfällen" diese Paare zu segnen. Der Erzbischof von München und Freising argumentiert, neue Lebensumstände und neue Erkenntnisse stellten die Kirche vor Herausforderungen: Die Priester müssten "die Situation der einzelnen Menschen ernst nehmen und sie seelsorgerisch begleiten". Diese Paare zu segnen fordert nicht nur die international agierende Reformbewegung "Wir sind Kirche", sondern auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.



Spielraum für ein generelles Ja zur Segnung sieht indes auch Kardinal Marx nicht. Die von ihm geführte Deutsche Bischofskonferenz, die sich diese Woche zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Ingolstadt trifft, kann ohnehin keine für alle 27 deutschen Diözesen verbindlichen Entscheidungen treffen. Vor Marx hatte als erster deutscher Oberhirte sein Stellvertreter, Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode, Offenheit bekundet, über die Segnung dieser Paare nachzudenken.

Gattenwahl und Nachkommenschaft

Erzbischof Burger reagierte auf eine BZ-Anfrage, ob er die Segnung erlauben werde, über seinen Pressesprecher Michael Hertl mit der Feststellung, die Segnung einer individuellen Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare im Rahmen einer gottesdienstlichen Feier "könnte leicht den Anschein erwecken, genau eine solche Gleichstellung vorauszusetzen". Weil der Segen Gottes aber "keinem Menschen ganz unabhängig von seiner sexuellen Orientierung versagt werden könne, sei "insofern eine Segnung einzelner Personen immer möglich". In der Feier der Liturgie und mit dem damit verbundenen Segen zeige sich aber "die besondere Stellung der Ehe von Mann und Frau, hingeordnet auf Einheit, Unauflösbarkeit, Gattenwahl und Nachkommenschaft".